Mascha Pawlowitsch: Russisch Blond

Auf der Suche nach dem Unbekannten

Rita ist entsetzt: Nachdem ihr „Prinz“ sie für eine Jüngere abserviert hat, sitzt sie finanziell auf dem Trockenen. Sie muss feststellen, dass Möbel nicht an Bäumen wachsen und auch die Miete sich nicht von selber bezahlt. Um ihrem alten Lebensstandard treu zu bleiben, setzt sie sich ein hohes Ziel: Unter den 30 reichsten Männern der Welt, gelistet bei FORBES, sucht sie nach Wlassow – ein Russe, der nicht nur Geld verspricht, sondern auch von diesem Abstand gewinnen möchte. Keiner hat ihn je gesehen, ganz abgesehen davon, dass er auf der Liste noch nicht mal mit einem Foto abgelichtet ist. Rita packt also ihre Sachen und hofft, ihn beim Tauchen in Ägypten zu finden-

Charaktervielfalt

Womit wir schon beim eigentlichen Problem wären: So viele Charaktere, die man sich am Anfang merken muss, sorgen für Verwirrung. Aber bald hat man drauf, wer Alexander Nr. 1 oder Nr. 2 ist, und kennt auch deren Verhaltensmuster. Dennoch ist die Verwendung des Spitznamen Sascha für beide etwas nachteilig, da man so oft rätseln musste. Rita ist am Anfang verwöhnt, reichlich eigensinnig – taut aber im Laufe der Story soweit auf, dass ich über ihre Gebärden schmunzeln konnte.

Verwöhnt, aber authentisch

Zwischen den Kapiteln hatte ich Stimmungsschwankungen ähnlich Ritas: Wer ist Wlassow? Ich hoffte auf einen Tipp und war zeitweilig frustriert, dass die Autorin so gute Finten legte. Die Aufklärung war der Hammer für den Leser und ist mit einem brillanten Thriller ebenbürtig oder gar überlegen. Mich freute im Nachhinein, obwohl ich auch Durststrecken zu überwinden hatte, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe.

Rita ist eine Protagonistin, die jede unabhängige Frau nicht gleich mögen kann. Sie ist hoffnungslos verwöhnt, weiß aber, was sie will und wie. Das macht sie authentisch, gerissen und auch im Endeffekt sehr charmant. Ein großes Kompliment meinerseits an die Autorin, dass sie kein Betthäschen geschaffen hat. Im Gegenteil: Rita ist sich ihrer Wirkung zwar bewusst, treibt diese aber nicht bis zum Äußersten.

Ein positives Fazit

Abschließend kann ich sagen, dass ich sehr gut unterhalten wurde und mich dieses Buches, da es nicht gewollt witzig oder übertrieben war, erfreuen konnte. Besonders das Ende ist der Höhepunkt von allem und ich kann jeder Frau diese abwechslungsreiche Komödie empfehlen!

368 Seiten
Knaur TB (1. August 2009)
8,95 Euro


Stand Februar 2011

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