Männertypen

Die heutigen Männertypen taugen nur bedingt den Ansprüchen einer modernen Frau. Aber ein kleiner Teil kann es doch.

Katharina Ohana, Psychologin, Bestsellerautorin und academicworld-Expertin

Eine 2009 veröffentlichten Studie im Auftrag kirchlicher Männerorganisationen in Deutschland filterte vier unterschiedliche Männertypen heraus:

1.) Den „(teil-)traditionellen Mann“, der sich noch immer als Haupternährer der Familie sieht, aber zunehmend die Berufstätigkeit von Frauen und Müttern anerkennt. Dieser Gruppe gehören 27 Prozent der knapp 1500 befragten Männer zwischen 17 und 85 Jahren an.

2.) Den „modernen Mann“ (19 Prozent), der für eine gleichberechtigte partnerschaftliche Arbeitsteilung in Beruf und Familie ist.

3.) Den „balancierenden Männertyp“ (24 Prozent), der sich aus den traditionellen und modernen Werten das herausfiltert, was in sein Lebenskonzept passt (also ein Mittelding aus 1. und 2.)

4.) Den „suchenden Mann“ (30 Prozent). Er hat seinen festen Platz in der Gesellschaft, in Familie und Beruf noch nicht gefunden.

Nach dieser Studie wäre „die große Krise des Mannes“ auf 30 Prozent der Männer beschränkt. Die meisten Männer zwischen 25 und 55 würden sich wahrscheinlich zur Gruppe 3 gehörig fühlen – auch wenn ihre Frauen das wahrscheinlich so auslegen würden: Wenn er was im Haushalt machen soll, dann ist er traditionell; wenn es um’s Bezahlen geht aber modern…
Auch der Typ Nummer 1 wäre für moderne Frauen bis 59 Jahren (und wahrscheinlich auch oft genug darüber hinaus) nicht akzeptabel. Typ 4 geht ohnehin gar nicht: Bindungsunfähig und meist mit einer Mutterproblematik belastet.

Fazit: Wir Frauen haben mit 81 Prozent der heutigen Männer Probleme. Das entspricht ungefähr den Beschwerdethemen, die bei mir als Psychologin von Frauen eingehen. Und umgekerhrt treffe ich auf  vierfünftel aller Männer, die merken, dass die Frauen nicht mehr mit ihnen zurecht kommen: „Zu hohe Ansprüche“ lautet meistens die Beschwerde der Männer und „Mann kann es ihnen nicht mehr recht machen“.

Ich glaube, wenn es mehr wahrhaftige Teilnehmer der 2. Gruppe gäbe, wäre das Problem auf beiden Seiten gelöst.

Katharina Ohana moderiert als Psychologin und Philosophin für verschiedene Fernsehsendungen. Ihr neues Buch „Gestatten: Ich – Die Entdeckung des Selbstbewusstseins“ ist beim Gütersloher Verlagshaus erschienen und erklärt die Entstehung unserer Persönlichkeit und unserer Probleme – und wie wir sie loswerden können.

Mehr von ihr gibt es auf  KatharinaOhana.de


Stand: Oktober 2011

Share.