Lila, Lila

Foto: Copyright © Bastian Schweitzer / Diogenes Verlag

Es ist sehr gut, dass sich Martin Suter 1991 dazu entschlossen hat Bücher zu schreiben. Der gelernte Werbetexter hat einmal gesagt: „Ich schreibe nur, was ich selbst gern lesen würde. Daß ich meinen Geschmack mit so vielen anderen Lesern teile ist Glück.“

Wenn ich ein Dichter wäre?

Die Handlung des Romans ist zunächst einfach gestrickt, in ihr könnte sich wohl jeder selbst im Alltag wiederfinden. Ein junger Mann liebt eine junge Frau, nur leider will sie nichts von ihm wissen. Aber dann findet David das Manuskript eines Romans aus den 50er Jahren. In diesem Roman geht es um die große Liebe zweier Menschen zueinander.

Der Roman von Martin Suter nimmt Fahrt auf und gewinnt an Humor und Spannung: David gaukelt seiner Marie nun vor, er wäre der große Dichter. Sie ist hingerissen von diesem Manuskript. Heimlich bietet sie es einem Verlag an. Der nimmt das Manuskript und macht einen Bestseller daraus. Die Geschichte wäre nicht viel wert, wäre sie schon zu Ende.

Die Kunst der Vielfalt

Martin Suter spielt in seinem Buch mit den Gefühlen und Ängsten seiner Leser. Er tut dies auf eine angenehme Art und Weise, der Leser möchte sich seinem Autor nun nicht mehr entziehen. In den Verstrickungen der Romanhelden lässt Suter seine Leser auferstehen. Sie können sich im Handeln der Akteure selbst erkennen, dies ist vielleicht auch die Erklärung für den Erfolg des Autors. In diesem Buch steckt von jeder Literaturgattung etwas: Komödienhaft und billig liest sich der Anfang, dann denke ich in einem Krimi zu lesen, manchmal meine ich ein Stück gesellschaftskritischer Prosa vor mir zu haben und dann widerum lande ich mit Marie im Alltag.

Obwohl im banalen Alltag, habe ich nun den literarischen Höhepunkt des Romans erreicht. Der gesamte Schwindel fliegt auf. Marie wird sich entscheiden müssen. Das Leben geht weiter, immer irgendwie. Die Akteure des Romans haben es erlebt: Jeder Tag unseres Lebens verändert uns, egal wer wir sind. Dem Leben kann sich niemand entziehen.

Zur Verfilmung

Mit „Lila, Lila“ ist Martin Suter wieder ein großer Wurf gelungen, der ab 17. Dezember sogar im Kino zu sehen sein wird. Die Schauspieler Daniel Brühl, Hannah Herzsprung und Henry Hübchen garantieren die humorvolle wie auch tiefsinnige Umsetzung des Buches auf die große Leinwand. Wer bereits neugierig geworden ist, kann sich jetzt schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Film auf: www.lilalila-film.de holen.

Christian Döring

Martin Suter

Lila, Lila
352 Seiten
9.90 Euro

diogenes

Stand Dezember 2009
Share.