Liebe ist Kampf

Nach den Erfolgen durch „Schilf“ und „Corpus Delicti. Ein Prozess“ versucht sich Juli Zeh an einem Psychothriller.

Liebe ist Kampf

Mit „Nullzeit“ legt Juli Zeh eine Mischung aus Psychothriller, Kammerspiel und Ménage à trois vor, die im wahrsten Sinne des Wortes tief in die zwischenmenschlichen Beziehungen eintaucht.
Sie erzählt in ihrem Buch vom Paar Theo Hast und Jolande von der Phalen, er Schriftsteller, sie erfolgreiche junge Schauspielerin.

Diese beiden treffen nun mit dem aus Deutschland ausgewanderten Sven zusammen, der auf Lanzarote als Tauchlehrer arbeitet. Er selbst lebt in einer recht perfiden Beziehung mit der jungen Antje. Sein Berufs- und Lebensmotto lautet dabei: bloß nicht in fremder Leute Probleme einmischen. Eine Woche lang wollen Theo und Jola das Tauchen lernen und nebenbei ihre Beziehung retten. Erst allmählich fächert sich die wahre Natur der Beziehung von den beiden auf und auch Sven wird immer mehr in den vernichtenden Strudel des seltsamen Pärchens hineingezogen.

Tauchgang und Perspektivwechsel

Wie schon das Cover hervorragend illustriert, geht es bei Juli Zehs „Nullzeit“ um die gefährlichen Untiefen, die nicht nur beim Tauchen unter Wasser auf die Protagonisten warten. Alle drei verfangen sich in Beziehungen und schweben unablässig in Gefahren. Als Leser wohnt man dem Kampf zumeist aus der Perspektive von Sven, dem Tauchlehrer der beiden, bei. Ergänzt wird das Ganze durch Tagebucheinträge Jolandes, die eine zweite Perspektive auf den Liebeskampf werfen. Ganz nebenbei erfährt man in diesem Buch jede Menge übers Tauchen.

Auch wenn die Erzählung nur 256 Seiten dick ist, birgt sie jede Menge Sprengstoff in sich. Ein hervorragend geschriebener Roman, bei dem die Sympathien schneller wechseln als die Bälle bei einem Tennismatch. Ein erfrischender Roman, bei dem man gerne in die Seiten abtaucht!

Marius Müller (academicworld.net-User)

Julia Zeh. Nullzeit
9,99 btb-Verlag

Share.