Lichtreise

Katy ist schon so ein bisschen genervt, dass ihre Mutter sie aus Florida in ein Kaff im amerikanischen Nirgendwo zerrt. Die Nachbarn? Geradezu schizophren. Die Tochter freundlich, der Sohn ein arrogantes Stück. Aber nun mal die einzigen, die sie im neuen Ort kennt. Was sie nicht weiß: Wer oder was die beiden wirklich sind.

Katy ist eine fast normale 17-Jährige. Gerade ist sie mit ihrer Mutter mitten aufs Land in West Virginia gezogen. Eigentlich wären ihre Bücher genug Gesellschaft für Katy, doch so ganz ohne soziale Kontakte geht es nicht. Vor allem, wenn in zwei Wochen das Schuljahr beginnt. Erste Anlaufstation ist das Nachbarshaus. Der Sohn, Daemon, ist allerdings nichts Geringeres ein Ekelpaket und auch wenn er optisch wahnsinnig gut aussieht. Seine Schwester, Dee, ist das absolute Gegenteil und hat quasi sofort einen Narren an Katy gefressen. 

So kommt es, dass Katy und Daemon auch immer wieder aufeinander treffen. Wie zwei Magnete ziehen sie sich irgendwie an und stoßen sich noch heftiger wieder ab. Eines ist jedenfalls bald klar: Mit Dee und ihrem Bruder stimmt etwas nicht. Was steckt hinter dem ungleichen Geschwisterpaar? Als Katy erkennt, was falsch läuft, hat sich ihr Leben allerdings schon fundamental geändert – die Jagd auf sie wurde eröffnet.

Die Kritik

Bei Obsidian handelt es sich um ein absolut perfektes Beispiel für gelungene no-age Fantasy. Die Story eignet sich nicht nur für jugendliche Leser. Sicherlich ist es literarisch gesehen nicht die schwerste Kost, aber diesen Anspruch stellt Obsidian auch nicht. Trotzdem, vielleicht auch deswegen wird der Leser gefangen genommen. Die Autorin fällt mit dem Geheimnis nicht gleich in die Tür und so ergibt sich hier schon einmal ein toller Spannungsbogen. Wenn man schließlich erfährt, worum es wirklich geht, legt die Handlung richtig los. Also Abwechslung und Spannung bis zum Ende.

Natürlich vergleicht man jede no-age Fantasy mit den Werken, die die Bewegung ins Rollen gebracht haben. Twilight als offensichtliches Beispiel. Es gab schließlich auch einige nachahmende Werke, die inhaltlich auffällig ähnlich waren. Das Gute: Bis auf den Umstand, dass die Hauptperson gerade frisch ins ländliche Nirgendwo zieht, gibt es keine Ähnlichkeit zwischen Obsidian und Twilight. Nicht ein einziger Vampir oder Werwolf taucht auf. Es soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden, aber natürlich gibt es etwas anderes Übernatürliches in der Handlung. Nicht umsonst ist „Obsidian“ auch Band 2 der sogenannten LUX-Serie.

Ein Wort noch zur vermeintlichen Lovestory, die sich direkt vor dem inneren Auge aufbaut – die Autorin tritt keineswegs in schmalzige Fettnäpfchen und bietet damit eine geradezu erholsam erfrischende Entwicklung. Es muss nicht immer Liebe sein. Aber irgendwie halt schon. Auf ehrliche Art zumindest, die nicht glitzernde und/ oder rosa-rote Variante.

Nicht zuletzt sollte man das das selten schöne Cover des Schutzumschlags erwähnen, das zu 100 Prozent passend zum Inhalt gestaltet wurde. Lux-artig eben.

Fazit: Endlich eine erfrischende und spannende Serie, die die Leseecke von no-age Fantasy um ein absolut nennenswertes Werk erweitert!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Obsidian. Jennifer L. Armentrout.
Carlsen. 18,90 Euro.

Lichtreise

Wer nicht lesen will, muss hören

Die frechen und lockeren Dialoge von Jennifer L. Armentrout kann auch der Wenig-Leser genießen. Es gibt den ersten Band der LUX-Serie nämlich im Silberfisch Verlag auch als Hörbuch. Gelesen wird das Ganze von der erfahrenen Sprecherin Merete Brettschneider. Eine passende Begleitung für die Fahrt in den Urlaub.

Jennifer L. Armentrout. Obsidian, Band 1: Obsidian. Schattendunkel – aus dem Englischen von Anja Malich. Gekürzte Lesung mit Merete Brettschneider
5 CDs, 390 Minuten Laufzeit
19,99 Euro. Silberfisch

 

 

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