Küchenheimat

Als Kind einer Italienerin und eines Amerikaners wächst Luisa Weiss – Kriterium für die Wahl des Vornamens war übrigens, dass er sich in Italienisch, Englisch und Deutsch gleich spricht – zwischen Boston und Berlin auf. Das verschafft ihr viele interessante Einblicke, kostet sie aber lange Zeit ihre Wurzeln. Bis sie im Kochen ihre eigentliche Heimat findet. Auf Dauer ist aber auch das zu wenig. Wie der englische Untertitel verspricht: „A Lovestory with Recipes“.

Küchenheimat

Stadt, Land, Liebe und Rezepte

Obwohl die italienische Mama kein Kochfan war, hat Luisa Weiss von klein auf viel Küchenwissen aufgeschnappt. Ob es die Tagesmutter/Freundin der Familie, der sizilianische Onkel oder einer von vielen anderen Freunden und Verwandten – Essen und Kochen spielte in Luisas Welt immer eine große Rolle. Und diese Welt war schon früh ziemlich groß. Weil sich die Eltern trennen, als sie noch ein Kleinkind ist, entwickelt sie rasch verschiedene Versionen ihrer selbst: eine amerikanische, eine italienisch, eine deutsche. Dazwischen wechselt sie munter hin und her. Erst im Laufe der Jahre – nach einem längeren Aufenthalt in Paris und einer ersten großen Liebe – entwickelt sich das zum Problem.

Luisa Weiss ist hier eine ganz eigene, aber sehr charmante Mischung aus Kochbuch, Liebesgeschichte, Autobiographie und Liebeserklärung an mindestens zwei Städte gelungen. Die erfolgreiche Foodbloggerin (The Wednesday Chef) liefert zu einer unterhaltsamen Lebensgeschichte auch noch die passenden Rezepte. Damit der Leser sich den Geschmack der großen weiten Welt jederzeit auch nach Hause zaubern kann. Von den italienischen Familienrezepten über deutsche Weihnachtsbäckerei bis zu den Highlights von Luisas Rezeptsammlung berühmter Köche. Alles getestet, für gut befunden und um einige Anekdoten angereichert.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Luisa Weiss. My Berlin Kitchen. Eine Liebesgeschichte
14,99 Euro. Limes Verlag

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