Königsmorde deluxe

Die Rosenkriege in England waren eine blutige Zeit. Die Kämpfe der Familien Lancaster und York um den Thron stürzten die ganze Insel in einen jahrelangen Krieg. Kann die Serie das halten, was die Epoche an Spannung geboten hat?

Von der Witwe des Feindes zur Königin - Elizabeth hat eine eher ungewöhnliche Karriere hingelegt. © 2013 Company Pictures, All rights reserved
Von der Witwe des Feindes zur Königin – Elizabeth hat eine eher ungewöhnliche Karriere hingelegt. © 2013 Company Pictures, All rights reserved

England, das Jahr ist 1464. Es toben die verheerenden Rosenkriege um den rechtmäßigen König auf dem englischen Thron – ein erbitterter Disput zwischen den rivalisierenden Adelshäusern York und Lancaster. Das eine Haus hat eine rote Rose als Zeichen erkoren, das andere eine weiße. Elizabeth Woodvilles Familie trägt im Herzen eine rote Rose – bis sie dem König Edward verfällt und seine weiße Königin wird. Ein Skandal, denn die Ehe wird vorerst heimlich geschlossen. Dazu ihr Witwenstatus und die falsche Seite, auf der die Woodvilles eigentlich stehen.

Fast forward: Einige Jahre später ist sie immer noch Königin, hat 3 hübsche Töchter – nur leider keinen Sohn. Der Bruder des Königs erklärt diesen zum unrechtmäßigen Herrscher, weil er ja ein Bastard sein könnte. Es geht nicht mehr nur um rot gegen weiß, jetzt zerfleischt sich die Königsfamilie selbst. Es geht um Lust und Liebe, um Verrat und Mord – und drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Elizabeth Woodville, Margaret Beaufort und Anne Neville. In ihrem Kampf um den englischen Thron sind sie jedoch skrupellos und lassen nichts unversucht, um an die Macht zu kommen: Verführung, Manipulation und tödliche Intrigen…

Eine der wenigen glaubwürdigen Darsteller, die man sich merken sollte: Amanda Hale. © 2013 Company Pictures
Eine der wenigen glaubwürdigen Darsteller, die man sich merken sollte: Amanda Hale. © 2013 Company Pictures


Die Kritik

Ritterliche Helden, Könige, Prinzen, hübsche junge Damen und erbitterte Kämpfe – das ist die Erwartungshaltung der Zuschauer. Fazit vorab: So richtig kann sie nicht erfüllt werden, denn der Teufel liegt in den Details.

Dass die Serie in Zusammenarbeit mit der BBC gedreht wurde, sollte eigentlich ein Qualitätshinweis sein. Das darf in diesem Fall aber nicht so verstanden werden. Was man sonst an den typischen BBC Serien so liebt, fehlt hier. Das fängt direkt beim Dialekt an (im Originalton). Die Schauspielleistung hinterlässt einen faden Beigeschmack, denn vor allem Rebecca Ferguson als die weiße Königin kann nicht richtig überzeugen. Von der  Faszination für die menschlichen Abgründe dieser Zeit kommt aus diesem Grund beim Zuschauer kaum etwas an. König Edward ist mit einem viel zu soft wirkenden Max Irons besetzt, der die meiste Zeit fehl am Platz wirkt. Die sexuellen „Eskapaden“, die vermutlich an die Serie „The Tudors“ erinnern soll, sind sehr bemüht, aber das war es dann leider auch. Gute Leistungen wie die von Aneurin Barnard bleiben leider im Hintergrund, ebenso wie die des King-Makers James Frain.

Pro-Tipp: Jemand anderem könnte deine Position am Hof auch gut gefallen ... © 2013 Starz Entertainment LLC, All rights reserved
Pro-Tipp: Jemand anderem könnte deine Position am Hof auch gut gefallen … © 2013 Starz Entertainment LLC, All rights reserved

Schön ist es, quasi Ausblicke in die Zukunft zu bekommen. Wenn einem fünfjährigen Henry Tudor beispielsweise gesagt wird, dass eine Vision ihn als König gezeigt hat. Dann weiß man ja, dass das kein bloßer Spruch ist – denn das ist der Vater von Henry VIII. Der wiederrum bekannt ist für seinen Frauenverschleiß, dem Überwerfen mit der katholischen Kirche, Anne Boleyn … Von diesen historischen Fakten zehrt die Serie und ihnen ist es zu danken, dass The White Queen nicht vollständig versumpft.

Dennoch ist und bleibt das Fazit: The White Queen haut leider niemandem vom Hocker.

Bettina Riedel (academicworld.net)

The White Queen, Staffel 1

Darsteller: Rebecca Ferguson, Amanda Hale, Faye Marsay, Aneurin Barnard, Max Irons, David Oakes, Eleanor Tomlinson, Ben Lamb, James Frain, Janet McTeer

Seit dem 22. Januar als DVD, BluRay und Video on Demand im Vertrieb der Twentieth Century Fox Home Entertainment im Handel erhältlich.

Share.