Killer-Rezept

Matteo ist entrüstet. Er soll durch Deutschland reisen und in seiner Funktion als echter Gourmetjournalist einen Wein- und Restaurantführer erstellen, der international erfolgreich werden soll. Was bleibt ihm da anderes übrig, als sich vertrauensvoll an Hippolyt, unter Freunden auch Hipp genannt, der als ehemaliger Kriminalpsychologe sich auch vorzüglich als Weindetektiv verdingen kann und eben auch die deutsche Küche besonders gut kennt. Und so machen die beiden sich auf nach Germania und stürzen sich ins deutsche Essen und die dazugehörigen Weine.

Killer-Rezept

Und bei all dem Genuss, dem Wein, dem Essen, den Starköchen taucht alsbald die erste Leiche auf und Hipp fühlt sich bemüßigt, sein Kriminalpsychologenwesen vor den Gourmet zu stellen und beginnt mit zu ermitteln. Denn leider Gottes gerät sein Begleiter unter Verdacht, nicht ganz unschuldig an dem Todesfall zu sein.

Kochbuch oder doch Krimi?

Das ist hier die Frage … Ich bin mir so dermaßen unsicher. 

Ja, ich gebe zu, ich hab mich verleiten lassen, habe gedacht, hey, das ist klasse, Morde in der Köche-Szene, das wird interessant. Für mich leider nicht. Ich bin nämlich auch überhaupt keine Weintrinkerin und als Gourmet bezeichne ich mich jetzt auch nicht. Klar, koch ich gern, ich find auch exotischere Gerichte oder Zutaten mal ganz spannend und den ein oder andren Sterne-Koch hab ich auch schon mal wahrgenommen, aber ich bin jetzt nicht so drin in der Materie, dass ich genau weiß, was mir da erzählt wurde. Und noch viel schlimmer wars wirklich beim Wein. Ich trinke überhaupt keinen Wein und bin völlig ahnungslos, was Weinanbaugebiete und die speziellen Feinheiten und Eigenarten angeht. 

Also kann ich sagen, das Buch war bei mir wirklich so nach dem Motto „Perlen vor die Säue“, denn wirklich zu schätzen weiß ich es nicht. Auch nicht das tolle Glossar am Ende des Buches, lang und ausführlich, wo Weinliebhaber und echte Gourmets wahrscheinlich leuchtende Augen bekommen, ich nur drübergeblättert habe.

Ich habe wirklich ein schlechtes Gewissen, weil ich die Krimistory hinter all dem völlig aus den Augen verloren habe, aber ich muss es einfach sagen, mich haben die ganzen Gerichte, die Köche, die Weine, das wie und wo und überhaupt völlig abgelenkt und einfach zu oft Google bemühen lassen, als dass ich da einen Krimi entdeckt hätte.

Fazit:

Ich entschuldige mich für meine laienhaften, unqualifizierten Bemerkungen hinsichtlich der Kochkunst und der Weinjuwelen, die in diesem Buch ja wohl genannt werden, aber für mich war das Buch von vorne bis hinten leider nichts und ich empfehle auch, wenn man sich für die Materie interessiert, keine allzu großen Erwartungen an die Kriminalgeschichte zu hegen, sondern sie eher als seichte Hintergrund“musik“ zu betrachten, die den Sternegerichten und -Weinen eine Bühne bereiten.

Ebenso würde ich raten, wenn man sich den Büchern zuwendet, in der Reihenfolge zu lesen, das könnte eventuell helfen, wenn man sich darauf einlassen möchte.

Sabine Kettschau (academicworld.net-Userin)

Michael Böckler. Mord mit 3 Sternen
8,99 Euro. Knaur TB

 

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