Katastrophen machen das Leben interessanter

Die guten Absichten unvollkommener Menschen und die Tatsache, dass nicht einmal selbstlose Hingabe und köstlicher Plumpudding einen vor den Katastrophen des Lebens retten können sind die Themen von Renate Dorresteins neuen Roman „Alles voller Hoffnung“.

Buchcover „Alles voller Hoffnung“

Igor ist 16 Jahre jung und seit seiner Geburt aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung geistig behindert. Seine Mutter Jolie ist damals mit 16 Jahren von zu Hause ausgerissen. Aber nicht nur das: Sie ist drogenabhängig und daher wurde ihr der Sohn mit 5 Jahren weggenommen. Nun lebt Igor schon seit 11 Jahren bei seiner Oma Nettie. Sie war früher eine wirklich gut aussehende Frau, die viele Künstler malen wollten. Aber inzwischen ist sie vom Schicksal gezeichnet. Sie hat sich, um an Geld zu kommen, als Toilettenfrau verdingt. In ihrer Rolle als Igors Oma geht sie aber richtig auf und verwöhnt ihren Enkel mit leckeren Gerichten.

Als Igor eine Arbeit in einer betreuten Werkstätte bekommt, findet er dort schnell Freunde. Eines Tages lernt er zufällig Lisa kennen, als diese eine Obdachlosenzeitung kauft. Der Funke springt über und die beiden werden ein Paar. Beim spazieren gehen finden sie ein scheinbar elternloses Baby und nehmen es mit. Oma Nettie nimmt alle drei auf, im Glauben, das Baby wäre das von Lisa. Bald müssen sie aber lernen, dass das Leben nicht so einfach ist als kleine Familie. Probleme und Geheimnisse stellen sich ihnen in den Weg. Wird alles gut ausgehen für Igor, Nettie und Lisa?

Mit leichter Hand erzählt

Die Sprache ist leicht, teils komisch, aber dennoch ernst gehalten. Man kann sich sowohl in Igor, als auch in seine Oma Nettie gut hineinversetzen und ihr Denken und Handeln nachfühlen. Jedes Leben und jeder Mensch ist auf seine Weise besonders und hat eine echte Chance auf das wahre Leben und Glück verdient. Die Autorin hat hier einen einfühlsamen, warmherzigen Roman über das Erwachsen werden und die erste große Liebe geschrieben, mit dem Hintergrund von Igors geistiger Behinderung – die das Ganze nicht leichter macht.

Verena Spangler (academicworld.net-User-Rezension)

320 Seiten
C. Bertelsmann (11. Juli 2011)
17, 99 Euro


Stand: Sommer 2011

Share.