Kampf gegen Zeit und Raum

Jake glaubt, er ist ein normaler Junge im modernen London. Bis er plötzlich entführt wird und seine Eltern als in der Vergangenheit verschollen gelten. Ein neuer Leckerbissen für Leser mit pet peeve ‚no age Fantasy‘?

So mancher ist davon überzeugt, dass Zeit die vierte Dimension ist. Das mag sein oder auch nicht. Jedenfalls ist Jake Djones ziemlich überrascht, als er plötzlich von zwei elegant gekleideten Männern entführt wird – die auch noch behaupten, dass sie zu den Guten gehören. Bald findet er heraus. dass seine Eltern ihm einiges über ihre Familie verschwiegen haben. Sie sind Zeitreisende und also solche in einer Organisation Mitglied, die sich die Geschichtshüter nennen. Nun aber sind sie verschollen, niemand weiß wo – beziehungsweise WANN. 

Dann reckt auch noch ein altes, tot geglaubtes und tiefschwarzes Übel aus der Vergangenheit sein hässliches Haupt aus seinem Versteck empor. Der Plan? Die Welt zu zerstören. Jake Djones und sein ungewöhnliches Team haben keine Wahl: Sie müssen selbst in die Vergangenheit reisen, um für das bereits vergangene Schicksal der Welt zu kämpfen. 

Die Kritik

Der Kern der Jake Djones Serie – die Zeitreisen – ist nichts Neues. Man muss ja aber auch nicht mit jedem Buch das Rad neu erfinden. Sonst gäbe es vermutlich bald gar keine neuen Bücher mehr. Viel wichtiger ist das Szenario rund um den Kern: 

Abwechslungsreiche Charaktere, die manchmal etwas einfach gestrickt sind. Das ist keine Schwachstelle – hier merkt man einfach, dass die Zielgruppe tatsächlich Jugendliche sind. Damit ist das Buch kein Vertreter der no age Fantasy, soviel vorab. Trotzdem sind die Charaktere nicht die typischen ‚Helden‘ und bieten damit Mal etwas anderes: Beispielswese entstammen sie verschiedenen Epochen. Zu viele Worte werden über die einzelnen Schicksale nicht verloren, sodass es hier noch einiges an Potenzial für die nächsten Bände der Serie gibt – Spannung ist vorprogrammiert.

Die Erzählung selbst ist logisch aufgebaut und entwickelt sich ständig weiter – hier kommt keine Langeweile auf. Der Leser weiß kaum, wohin die Reise geht. Das trägt erheblich zum Lesevergnügen bei. Gerade in dem letzten Buchdrittel wird die Zielgruppe wieder sehr deutlich – die Handlung flacht etwas ab, wird teilweise durchsichtig und der Schreibstil leicht übertrieben. 

Der Lobpreisung auf dem Buchrücken muss ich allerdings widersprechen: Der Vergleich mit Harry Potter ist schlichtweg nicht möglich. Jake Djones ist wesentlich weniger magisch, weniger zauberhaft und zieht die Leser nicht so in seinen Bann. Dieser erste Band der Jake Djones-Reihe ist mit Sicherheit kein schlechtes Buch, aber keinesfalls für Leser jenseits der 19 / 20 gedacht. Für Jugendliche unter diesem Alter ein tolles und fantasievolles Lesevergnügen!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Jake Djones und die Hüter der Zeit. Damian Dibben.
Blanvalet. 8,99 Euro.

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