Josef Hader: “Uns gehen die Studenten verloren!”

Josef Hader ist auf den Bühnen und Leinwänden Österreichs ein Star. Hierzulande erspielt sich der Schauspieler und Kabarettist gerade eine feste Fangemeinde – nicht zuletzt durch seine Auftritte in Universitäten.

Josef Hader in Action! Foto: www.lukasbeck.com


Sie spielen gerne in Universitäten, so gerade bereits zum wiederholten Male im Audimax der LMU München. Wie kam es zu der Idee, vor Studenten aufzutreten?

Die Idee ist in Wien entstanden. Ich hatte das Gefühl, dass den Kleinkunstbühnen die Stu­denten verloren gingen, was ich als sehr schade empfand. Heutzutage besitzen die Studenten eher ein Theaterabo, als regelmäßig in Kabarettbuden zu gehen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, entschied ich mich in typisch studentischer Atmosphäre aufzutreten. Das Audimax in München ist dafür ein idealer Ort, weil dort alle Studenten zusammenkommen.

Und, was ist es für ein Gefühl vor Studenten aufzutreten?
Ganz einfach: Da geht man rein und weiß, man wird verstanden. Man gibt viel und am Schluss bekommt man viel zurück.

Sie sind nun seit über 25 Jahren auf der Bühne zu Hause. Wie würden Sie ihren künstlerischen Stil beschreiben?
Im Gegensatz zum Kabarett oder zur Comedy, welche darauf setzt, dass alle Sekunden ein sinnvoller Satz gebracht wird, über den man lachen soll, muss man bei mir das Ende der Vorstellung abwarten, um einen Sinn zu finden. Zudem lebt mein Stil lebt nicht nur vom bloßem Wort, sondern auch von der Gestik und Mimik.

Nachdem Sie in den Unis vor lauter Leuten spielen, die gerade in der Ausbildung sind: Was würden Sie eigentlich heute beruflich machen, wenn Sie kein Kabarettist geworden wären?
Ich begann ein Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Geschichte, denn ich wäre  gerne ein flotter und lässiger Lehrer geworden, der mit den Schülern Theater spielt. Jedoch nahm ich mir auf “halben Abschnitt” des Studentendaseins für ein Jahr eine Auszeit, um mich voll dem Kabarettistsein zu widmen. Damit war die Beamtenkarriere für mich erledigt.

Wann ist ein Programm Ihrer Meinung nach erfolgreich gewesen?
Wenn am Ende der Vorstellung Leute klatschen, aber auch ein paar vorher aufstehen und das Weite suchen. Mir tut es zwar jedesmal weh, dies mitansehen zu müssen, jedoch ist dieser Prozess notwendig, denn so merke ich, dass eine Entwicklung in meinem Programm stattgefunden hat. Ich möchte ungern das Roy-Black- Syndrom nachgesagt bekommen:  Wenn ich mit 60 Jahren durch den Vorhang schaue und mir nur Gleichaltrige entgegenblicken. Vor allem deshalb möchte ich Studenten erreichen, denn sie sind das Publikum von morgen.

„Hader muss weg“ © www.lukasbeck.com

Josef Hader wurde im Jahre 1962 in Österreich geboren. Neben seinen erfolgreichen Bühnenprogrammen „Privat“ und „Hader muss weg“, hat er sich mit den Kinoproduktionen „Indien“, „Silentium“ oder „Der Knochenmann“ auch als Schauspieler längst einen Namen gemacht.

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