Jane Austens Frühwerk

Diejenigen die Jane Austens bekanntere Werke, wie etwa Northanger Abbey oder Pride and Prejudice, schon kennen, werden ihren Briefroman „Lady Susan“ vielleicht etwas befremdlich finden.

Rezension "Lady Susan"
Auch in ihren späteren Werken spielen Briefe eine wichtige Rolle, „Lady Susan“ ist aber ganz und gar ein Briefroman. © Gerd Altmann / pixelio.de

Sie zeichnet, wie in ihren anderen Romanen auch, ein beeindruckend authentisches Bild der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts ab, indem sie Frauen des gehobeneren ländlichen Bürgertums, ihre Gedankenwelt und ihr alltägliches Miteiander darstellt. 

In Lady Susan jedoch steht keine Protagonistin im Mittelpunkt, die versucht in dieser Gesellschaft zurechtzukommen und sich in ihr zu etablieren, sondern eine intrigierende, macht- und geldhungrige, junge Witwe, deren Lebensinhalt es zu sein scheint, das Beziehungsgeflecht der gehobeneren Gesellschaft so richtig durcheinander zu bringen und davon bestmöglich zu profitieren! 

Die Intrigen und das langsame Aufdecken der Hintergründe über die Briefe hinweg, sind es denn auch, die das Buch so spannend machen. Lady Susan ist damit meiner Meinung nach eines ihrer besseren Werke; auch wenn er sprachlich noch nicht so ausgereift ist wie in späteren Romanen, beschreibt der Briefroman offen und ungeschönt, welchen Einfluss eine einzige manipulative Person auf einen ganzen Kreis von Menschen haben kann.

Rezension "Lady Susan"

Für Jane Austen Fans auf jeden Fall weiter zu empfehlen!

Anita Daniel (Academicworld.net-Userin)

Jane Austen. Lady Susan
8,99 Euro, btb

Share.