In meinem Himmel

Susie Salmon ist vierzehn Jahre alt, als sie im Winter 1973 von ihrem Nachbarn in ein Versteck gelockt, vergewaltigt und getötet wird. Doch Susies Geschichte ist noch nicht zu Ende. Sie lebt jetzt in einer Zwischenwelt, ?In ihrem Himmel?. Von dort beobachtet sie ihre Familie und muss miterleben, wie diese mit dem schrecklichen Ereignis umgeht.

Eine wunderbar, wenn auch traurige, Geschichte über das Unglück eines kleinen Mädchens. Sehr schön wird hier eine ganz andere Sichtweise des Lebens nach dem Tod dargestellt und auf tolle Art und Weise geschildert, wie eine Familie mit solch einem Ereignis umgeht und welche Folge dieses auf die Familienmitglieder haben kann.

Die Mutter

Zum einem gibt es die Mutter, Abigail, die durch ihre Schwangerschaften ihre Wünsche aufgeben musste und nun wieder daran erinnert wird, wer sie früher einmal war. Sie gesteht sich als letzte ein, dass Susie tot ist, hält noch an jedem letzten Grashalm fest, bis auch sie es nicht mehr verdrängen kann und fast daran zerbricht. Man kann sich wunderbar in diese Frau hineinversetzen und fühlt ihren Schmerz mit, wenn sie um ihr verlorenes Kind trauert.

Der kleine Bruder, Buckley, unter dem man sich ein kleines, winziges, süßes Kerlchen vorstellt, welches mit so einem Ereignis einfach nicht belastet werden sollte und so begreift der Junge auch erst später, was vor sich geht.

Die Schwester, Lindsey, die stärkste von allen, welche auch am meisten darunter zu leiden hat, denn sie muss nicht nur zu Hause mit dem Schmerz umgehen, auch in der Schule gibt es kein anderes Thema. Doch – sehr realistisch beschrieben – nimmt sie alle Kraft zusammen und kämpft sich weiter durchs Leben.

Der Vater

Und schließlich ihr Vater Jack, der einfach nie aufgibt und bis zum letzten Ende kämpft. Einfach wunderbar beschrieben, wie sich ein Vater in der Liebe zu seiner Tochter in etwas so sehr hineinsteigert, dass er selbst in Schwierigkeiten gerät.

Alle Personen werden hier sehr realistisch, jeder mit seinen eigenen Problemen und Makeln dargestellt, so dass man sich in jeden leicht hineinversetzen kann und nicht mehr aufhören kann zu lesen, weil man immer darauf hofft, dass es doch noch ein gutes Ende geben wird, dass die Familie ?normal? weiterleben kann und über ihren Schmerz hinwegkommt. Mit dem ständigen Wissen, wer Susie umgebracht hat, liest man verzweifelt weiter, in der Hoffnung, dass schließlich doch noch jemand auf die Spur des Mörders kommt.

Anfangs ist es etwas schwer dem Inhalt zu folgen, da viele Sprünge zwischen Gegenwart und Vergangenheit gemacht werden, welche nicht immer ganz nachvollziehbar sind, aber einen schönen Einblick in das Leben der Familie vor dem Vorfall geben.

Hier wurde ein grausames Ereignis, zu einer wunderschön ausgestalteten Geschichte verfasst. Einfach lesenswert.

Alice Sebold
In meinem Himmel
384 Seiten
8,95 Euro

Goldmann


Stand März 2010

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