how to fix a broken life

Die Stars und Sternchen in L.A. haben einige Problemchen. Unter anderem wachen sie ab und zu neben Drogentoten auf. In solchen Situationen rufen sie Ray Donovan an – der ‚fixt‘ das schon. Jetzt bekommt er aber mit einem riesigen Problem aus seiner Vergangenheit zu tun – seinem mörderischen Vater.

Der Fixer von Los Angeles - Liev Schreiber als Ray Donovan. © Jeff Riedel / SHOWTIME
Der Fixer von Los Angeles – Liev Schreiber als Ray Donovan. © Jeff Riedel / SHOWTIME

Weil einer von ihnen als Kind von einem Priester belästigt wurde, war die Kindheit der drei Donovan-Brüder alles andere als amüsant. Und noch mehr muss im Argen gelegen haben, denn vor rund 20 Jahren hat Ray mit seinen Freunden einen Mord fingiert, um seinen Vater hinter Gitter zu bringen. Die Tote war niemand anderes als dessen damalige Freundin – deren Sohn und damit sein Halbbruder jetzt überraschend auftaucht. Seine Brüder wissen von nichts.

Genauso überraschend erfährt Ray eines Tages, dass sein Vater auf Bewährung entlassen wurde: Ganze fünf Jahre früher als geplant. Er weiß, wer ihn reingelegt hat und er ist nicht willens, die Sache unter den Tisch fallen zu lassen …

Was geschehen ist, da lässt sich Ray von niemandem in die Karten blicken. Seine Ehe strapaziert es auf gefährliche Art. Seine Psyche rückt an den Abgrund und er verliert ein bisschen den Draht zur Realität. In der Zwischenzeit nistet sich sein Vater bei niemand anderem ein, als seiner Familie. Für Ray ist das die persönliche Hölle auf Erden. Sein Vater ist ein Problem. Eines, das sich nicht so einfach lösen lässt. Vor allem nicht inmitten eines turbulenten Familienalltags, bei dem die Frau die neue Wohngegend nicht leiden kann und nicht ein einziger Tag für das gemeinsame Leben erübrigt werden kann.

Die Kritik

Das erste positive ist, dass die Charaktere nicht traditionell gut oder böse sind. Klar, Micky, der Vater, muss sich etwas Großes geleistet haben. Sonst würde Ray ihn nicht so hassen. Andererseits war er nun wirklich unschuldig im Gefängnis. Die Verantwortung dafür trägt Ray, der damit auch kein echter Held ist. Und auch gerne einmal die Probleme über Schläge und/ oder Drohungen löst. An sich aber kein übler Kerl ist … So kommt die Serie nie zur Ruhe und bietet Raum für neue Wendungen.

Das für zu Punkt zwei: Dieser Raum wird einigermaßen gut genutzt. Am Anfang werden natürlich alle Beteiligten präsentiert, aber auch im weiteren Verlauf kommen neue Persönlichkeiten hinzu (oder weg, je nachdem, wer stirbt). Richtige Knaller bei der Handlung gibt es nicht, dafür ist sie zu unterschwellig angelegt. Es lohnt, auf Hinweise und Andeutungen zu achten. Denn so kommt man schon hinter den einen oder anderen Fakt, der die Vergangenheit zu einem gewissen Teil erklären kann.

Die Familie Donovan ist das dysfunktionalste Beispiel einer vollfunktionalen Familie. © Jeff Riedel / SHOWTIME
Die Familie Donovan ist das dysfunktionalste Beispiel einer vollfunktionalen Familie. © Jeff Riedel / SHOWTIME

Als Fazit lässt sich leider nicht sagen, dass Ray Donovan eine absolute must-have-Serie ist. Dafür ist sie einfach zu unspektakulär. Aber man sollte nicht vergessen, dass sie mit einem Szenario punktet, das einfach so ganz anders ist als das, das aktuell im TV verfügbar ist. Hier bleibt der Wertungs-Daumen tatsächlich auf „10 Grad über neutral“. Abgefahren schlecht geht anders, so richtig gut aber auch.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Ray Donovan, Staffel 1

Darsteller: Liev Schreiber, Jon Voight, Paula Malcomson, Eddie Marsam

Seit dem 4. Dezember im Vertrieb der Square One / Universum Film als DVD, BluRay und VoD erhältlich

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