Heimkino-Sommer, Teil 3

Der Kalender sagt Sommer, das Thermometer weniger. Die perfekte Zeit also für einen kleinen Überblick über die Neustarts fürs Heimkino. Im 3. Teil wird’s monumental. Es geht um Teamwork und kreative Problemlösungen – in „The Lego Movie“, „Monuments Men“ & „Noah“.

Heimkino-Sommer, Teil 3
© Warner Bros. Entertainment GmbH

Dieser Weg wird steinig und schwer …

Die Welt der kleinen Klötzchen holt alle kleinen und großen Legokinder wieder ein – und das im Kinoformat. Wer hätte gedacht, dass eine so unterhaltsam-ausgeflippte Mischung herauskommt, wenn man sich bei LEGO an einen Kinofilm macht!

Eigentlich ist er alles andere als ein Held: Emmet ist eine durch und durch gewöhnliche, angepasste, durchschnittliche LEGO Figur. Fast schon wieder besonders dadurch, dass er so komplett unbesonders ist. Die Vorgabe, sich immer an den Plan zu halten ist ihm schon so ins Plastik übergegangen, dass er sich sofort hilflos fühlt, wenn Unerwartetes passiert. Als er an seinem Arbeitsplatz auf der Baustelle seine Anleitung verliert und stattdessen auf den Stein des Widerstands stößt, wird er aus der alltäglichen Routine gerissen. Zusammen mit der wilden Rebellin Wyldstyle befindet er sich bald auf einer wilden Jagd durch alle Legowelten, um das Ende der Kreativität durch den bösen Lord Business und seine Geheimwaffe zu verhindern. Ist ausgerechnet er der Besondere, der das schaffen kann?

Allein schon die Offenbarung, dass die ultimative Waffe des Bösen ein Superkleber ist, der das Bestehende fixiert und die legotypische Flexibilität unterbindet ist ein wunderbarer Einfall. Außerdem kommt dieses raffiniert konstruierte Abenteuer überraschend systemkritisch daher. Schließlich wird seit Jahren mit größerer Spezifizierung der Teile gearbeitet und nun die Botschaft: Mischt ruhig alles wild durcheinander!

THE LEGO MOVIE

Regie: Phil Lord & Chris Miller

Seit 21. August auf Blu-ray und DVD im Verleih der Warner Bros. Entertainment GmbH

Heimkino-Sommer, Teil 3
© 20th Century Fox Home Entertainment

Die Kunst des Krieges

Der zweite Weltkrieg wütet, am schlimmsten in Europa. Millionen Menschen sterben, ganze Städte werden in Schutt und Asche gelegt. Die Zerstörung ist allumfassend. So kommt es, dass auch wert- und bedeutungsvolle Kunstwerke für immer verschwinden. Vor diesem Hintergrund findet sich ein ungewöhnliches Team zusammen. Unter der Leitung von Frank Stokes (George Clooney) machen sich die sieben Kunstkenner auf den Weg nach Europa. Mitten im Krieg sollen sie die Kunst finden, den Nazis entreißen und in Sicherheit bringen. Was klingt wie ein Himmelfahrtskommando, wird zum Drahtseilakt auf Feindeslinien.

Wer den Film sehen möchte, sollte eine gewisse Toleranz gegenüber dem typischen Hurra-Patriotismus haben. In „Monuments Men“ erkämpfen sich Helden ihren Respekt mit aller Härte und sterben wahrhaft heroische Tode, begleitet von schmalzigen Klängen oder salbungsvollen Worten. Die Mützen sitzen keck schief, die Fliegerbrille lässig auf Clooneys Nase. Die vermeintlich markanten Sprüche zwischen Clooney und seinem Team geraten daneben und werden flappsig. Alle ‚Krauts‘ sind natürlich zutiefst böse, nicht ein guter lässt sich finden. Dafür aber viele Gemälde und Kunstgegenstände, die die Helden in letzter Sekunde aus dem Land schaffen – und natürlich noch vor den Russen schützen können! Filme über den zweiten Weltkrieg gibt es viele. Monuments Men bietet inhaltlich einen neuen Blickwinkel, überzeugt in der Umsetzung aber nicht.

MONUMENTS MEN

Regie: George Clooney
Darsteller: George Clooney, Matt Damon, Bill Murray, John Goodman, Jean Dujardin, Bob Balaban, Hugh Bonneville, Cate Blanchett

Seit dem 22. August auf DVD und Blu-ray im Vertrieb der 20th Century Fox Home Entertainment 

Heimkino-Sommer, Teil 3
© Paramount Home Entertainment

Und dann kommt die Flut … 

An manchem Tag dieses sogenannten Sommers fühlt man sich fast an den Mythos der nicht enden wollenden Flut erinnert. Wem das an Wasser noch nicht genügt, der kann sich mit Noah Russell Crow auf die Arche begeben. Monumental und in gigantischen Bildern erzählt Regisseur Darren Aronofsky die berühmte Geschichte. Natürlich nimmt er sich dabei die ein oder andere erzählerische Freiheit, folgt aber im Wesentlichen dem bekannten Weg ins Verderben der verderbten Menschheit. Vor allem die spektakulären Bilder, die Aronofsky für seine Erzählung findet, manchen den Film zum Erlebnis. Handlung und Dialoge leider weniger.

Weil das mit der Vertreibung aus dem Paradies dem Menschen irgendwie immer noch nicht klar gemacht hat, wie mit der Welt umzugehen ist, lässt sich Gott etwas neues Einfallen: Eine große Flut soll die schlechte, mörderische Menschheit von der Erde spülen. Die unschuldigen Tiere soll Noah (Russel Crowe) mithilfe eines riesigen Schiffes, der Arche. Seine Familie darf zwar mit, aber mit Frau (Jennifer Conelly) und Söhnen (Douglas Booth, Logan Lerman, Leo McHugh Carroll) gibt es durchaus Ärger hinsichtlich der Frage, ob Gottes Auftrag nun war die Erde von den Menschen zu befreien, oder nur von den fiesen Nachfahren Kains. So wird Noah hier vom Auserwählten Gottes zum gebrochenen Zweifler, der an der gestellten Aufgabe durchaus auch verzweifeln und zerbrechen könnte. Und natürlich wurde – der Filmdramatik geschuldet – noch mal eben ein fieser Erzfeind eingebaut, den es aber irgendwie gar nicht gebraucht hätte …

NOAH

Regie: Darren Aronofsky
Darsteller: Russel Crowe, Jennifer Connelly, Douglas Booth, Logan Lerman, Leo McHugh Carroll, Emma Watson

Ab 28. August auf Blu-ray und DVD im Vertrieb von Paramount Home Entertainment

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