“Gute Musik macht keine Kompromisse”

Die BBC nennt sie “Eine der Aufregendsten Frauen des Jahres”. Gerade ist ihr aktuelles Album “light after dark” erschienen. Wir haben mit der englischen Sängerin Clare Maguire darüber gesprochen, wie ihre Eltern auf den Schulabbruch reagiert haben, was sie von Casting-Shows hält und was es genau ist, das sie so aufregend macht.

Foto von Fotograf SØREN SOLKÆR STARBIRD

Warum hast du dich für eine Karriere als Sängerin entschieden?
Singen war für mich nie eine Entscheidung, Musik ist eine Notwendigkeit, eine Obsession, die größte Leidenschaft meines Lebens.

Du hast früh die Schule verlassen um deinen Traum zu verwirklichen. Wie haben deine Eltern und dein Umfeld darauf reagiert?
Meine Familie war sehr besorgt und gab mir ein Jahr Zeit, um unter Beweis zu stellen, dass ich mit meiner Musik etwas anfangen kann. Hätte ich es in dieser Zeit nicht geschafft, hätten sie mich zurück auf die Schule geschickt. Ich glaube sie wussten, wie besessen und entschlossen ich zum Erfolg war.

Hast du jemals an eine Alternative gedacht, falls es mit dem Popstar-Dasein nicht geklappt hätte?
Der einzige Zweifel, den ich habe, ist der, dass ich manchmal vergesse, warum ich hier bin, mich selbst in der Arbeit verliere. Das Einzige, was für mich zählt, ist Musik zu machen, die ich liebe. Die einzige Alternative, die ich jemals in Betracht gezogen habe für den Fall, dass ich keine Sängerin werde, war einen Irish Pub zu betreiben, wo Livebands spielen.

Wie bist du eigentlich mit Plattenfirmen in Kontakt gekommen?
Nachdem ich auf Myspace eine Seite eingerichtet hatte, gab es recht bald eine Menge Interessenten.

Die BBC hat dich eine der aufregendsten Newcomerinnen des Jahres genannt. Was glaubst du, ist das Aufregendste an dir?
Ich denke, das Spannendste an mir ist, dass ich Einflüsse so vieler verschiedener Genres in mir vereine.

Welche Musik hörst du gerne?
Ich höre eine ganze Menge Musik, darunter Blues, Country, Rap, Folk, Klassik. Mein momentaner Lieblingssong ist ‘Yonkers’ von Tyler The Creator.

Im Interview mit einer deutschen Zeitung sagst du, dass du ein sehr visueller Mensch bist. Was meinst du damit?
Wenn ich schreibe, denke ich an Konzepte und bewegte Bilder. Meine Vorstellungskraft arbeitet nicht in Zahlen und Worten, sie malt Geschichten – in Farbe.

Was ist entscheidend für ‘gute Musik’?
Gute Musik macht keine Kompromisse.

Macht es einen Unterschied im Musikgeschäft, wenn man eine Frau ist?
Es macht nur dann einen Unterschied, wenn man es zulässt – deshalb lasse ich das nicht. Jeder hat Mumm.

Bis jetzt trittst du hauptsächlich in England auf. Hast du vor, das in nächster Zeit zu ändern und auch durch andere Teile der Welt zu touren?
Ich habe bereits Hurts auf Ihrer Europatour, einschließlich Deutschland, begleitet. Mein Plan ist es, Musik zu machen, zu touren, mehr Musik zu machen, mehr zu touren. Hoffentlich bleibe ich dabei, bis das Ganze genügend Eigendynamik entwickelt, um verschiedene Länder zu erreichen.

Was hältst du von Casting-Shows und hast du jemals selbst daran gedacht diesen Weg zu beschreiten?
Nein, ich habe selbst nie einen Gedanken an eine Teilnahme verschwendet, schon allein weil ich vor allem Musik schreiben wollte – das ist für mich der inspirierenste Teil des Musikerdaseins. Ich glaube aber, dass diese Shows gut sind für Menschen, die Hoffnung brauchen, die daran glauben müssen, dass sie sich und ihr Leben verändern können.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Zu reisen und zu touren. Ich möchte mehr Musik machen und neue Leute treffen, eine Menge lesen und ein neues Album aufnehmen.


Stand: August 2011
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