Glück ist, was du draus machst

Ein Briefroman, aus Briefen, die nie beantwortet werden. Kann das eine unterhaltsame Geschichte werden? Ja, kann es. Zumindest wenn sich „Silver Linings“ Autor Matthew Quick dahinter verbirgt. Eine witzige und zärtliche Geschichte über Glück, Familie, Freundschaft, Trauer, Akzeptanz und Richard Gere.

Glück ist, was du draus machst

Vom Zerbrechen …

Obwohl er fast 40 ist hat Bartholomew nie einen Job gehabt, immer nur mit seiner Mutter zusammengelebt, noch nie eine Verabredung mit einer Frau gehabt. Die meisten halten ihn für zurückgeblieben. Da reißt ihn der Tod der Mutter aus seinem bisherigen Leben. Halt findet er in Briefen, die er Hollywood-Star Richard Gere schreibt. Warum? Weil die den Schauspieler verehrt hat, am Ende gar den Sohn nur noch als Richard ansprach. Alles, was er niemandem erzählen kann, auch nicht der Therapeutin, kann er in diesen Briefen, aus denen das Buch besteht, zum Ausdruck bringen und so Ordnung im Chaos seines Gedanken- und Gefühlslebens schaffen.

… und Entstehen von Familien

So kann er hier seine Gefühle für die junge Aushilfe in der Bibliothek zum Ausdruck bringen, oder auch die Verwunderung über das Verhalten von  Father McNamee, dem Pfarrer, der nach dem Tod von Bartholomew plötzlich seine Berufung in Frage stellt, den Job hin wirft, viel zu viel trinkt und bei ihm einzieht. Wie gut, dass er über die Vermittlung eines sonderbaren Therapeuten endlich einen Freund findet. Auch wenn dessen Katzenbesessenheit ihn ein bisschen verstört. Und wie sich herausstellt, ist seine Schwester genau die Frau, die es Bartholomew so angetan hat. Als sich dieses ganz spezielle Grüppchen schließlich auf einen Ausflug nach Kanada begibt, überschlagen sich die Ereignisse.

Ein wirklich wunderbarer kleiner Roman über große Themen: Wie wird man mit der eigenen Trauer fertig? Kann man sein Leben wirklich zum besseren ändern? Wie verrückt ist zu verrückt? Und: Helfen auch imaguinäre Freunde in Lebenskrisen weiter? Selten sind Charaktere mit psychischen Problemen so liebevoll thematisiert worden wie in den Büchern von Matthew Quick. Eine ganz eigene Art von Feel-Good-Literatur. Gerne mehr davon.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Matthew Quick. Die Sache mit dem Glück.
18,95 Euro. Kindler.

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