Glaube, Liebe, Hoffnung

Wenn Terrence Malick einen Film dreht, dann kann dabei vieles herauskommen, aber niemals Dutzendware. In „To the Wonder“ hat er optisch opulent vier Menschen auf die Suche nach der Liebe und dem eigenen Glauben geschickt. Seit 21. November auf Blu-ray und DVD im Handel.

Glaube, Liebe, Hoffnung
Große Liebe oder kleines Glück? © Arthaus

Optisch opulent

Dass der Amerikaner Neil (Ben Affleck – tatsächlich fällt der Name im Film nie) und die Französin Marina (Olga Kurylenko) sehr verliebt sind, daran besteht schon nach den ersten Szenen im mystischen Mont-Saint-Michel  kein Zweifel. So stellt sich für die lebensfrohe Mutter der kleinen Tatiana (Tatiana Chiline) nie wirklich die Frage, ob es eine kluge Entscheidung ist, mit Kind und Kegel dem neuen Partner aus Paris in ein kleines Nest in Oklahoma zu folgen.

Und doch fühlt sie sich dort fremd und unverstanden. Da helfen auch die Gesprächer mit dem im Zweifel mit dem eigenen Glauben befindlichen katholischen Geistlichen Pater Quintana (Javier Bardem) nur wenig. Marina verlässt also Neil und die USA, kann die Liebe ihres Lebens aber nicht vergessen … auch wenn der inzwischen mit Jane (Rachel McAdams), einer sensiblen Freundin aus Jugendzeiten, anbandelt. 

Erzähltechnisch eigenwillig

Woran glaubst du? Wen liebst du? Kann man ohne Hoffnung leben? Während er die großen Fragen des Lebens inhaltlich mehr anreißt, als auserzählt schwelgt Meisterregisseur Terrence Malick in berauschenden Bildern. Fast traumwandlerisch lässt er seine Liebenden durchs Leben und die Natur tänzeln, um das ganze dann wieder mit den sozialrealistischen und von Problemen begleiteten Besuchen von Pater Quintana konfrontiert – seinen eigenen und denen derer, die er aufsucht. 

Glaube, Liebe, Hoffnung

Überhaupt ist es weniger die Geschichte selbst, um die es Malick zu gehen scheint, sondern eher eine Art Ode an die Liebe. Direkte Dialoge sind selten. Meist werden die Aufnahmen stattdessen von Musik oder Erzählpassagen der Charaktere aus dem Off untermalt. Poetische Bilder, fast ausnahmslos spontane Iszenierungen und kein wirkliches Drehbuch ergeben ein stimmiges Ganzes. Keine Frage. Aber leichte Kinokost ist es deshalb noch längst nicht.

Gisela Stummer (academicworld.net)

To the Wonder

Regie: Terrence Malick
Darsteller: Ben Affleck, Olga Kurylenko, Rachel McAdams, Javier Bardem

Im Vertrieb von Arthaus

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