Ghostdater! Ghostlove?

Was ein Ghostwriter ist, wissen wir. Was aber macht ein Ghostdater? Eigentlich scheint es ganz einfach. Eigentlich?

Zwei Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, leben zusammen in einer WG. Da haben wir zum einen Matthias: Mit einem eigenen kleinen Unternehmen immer im Stress. Mehr ein Macher und die Frauen müssen bei ihm vor allem gut aussehen. Dagegen David, Journalist bei der Potsdamer Umschau. Das ist mehr Käseblatt als Zeitung. Er? Ein wahrer Romantiker, der noch glaubt, dass er die Traumfrau fürs Leben auch beim Bäcker um die Ecke kennen lernen kann.

Da es bei Matthias schon länger frauentechnisch nicht gut läuft, meldet er sich auf Herzsprung24 an. Mit falschen Bild und geschönter Beschreibung. Und da er kein Mann der großen Worte ist, soll David herhalten und ihm eine Frau klarmachen! Und es dauert nicht lange, bis „Lisa85“ anbeißt. Dumm, dass David sie an Matthias weitergeben muss, denn er findet Lisa selbst schwer sympathisch. Aber wird sie beim Treffen den Unterschied nicht merken?

Die Kritik

Das Buch ist in einer locker-leichten Sprache verfasst und eignet sich prima als Sommerlektüre. Die beiden Hauptprotagonisten sind sehr glaubwürdig dargestellt und klar kommt Matthias als total Macho und Frauenheld daher, wohingegen Davis als einfühlsamer Romantiker mit dem Händchen fürs Schreiben mit seinen Zeilen überzeugen kann.  Aber kann und will sich Lisa auf einen Fake einlassen? Wird sie den Schwindel bemerken? Wird sich Matthias ihr zu erkennen geben und darum kämpfen, dass er ihr Herz gewinnen kann?

Ein rundum gut lesbare unterhaltsame Geschichte, die die Themen Web 2.0, Onlinedating etc. ein wenig auf die Schippe nimmt, immer mit einem Augenzwinkern. Klar, die Idee mag nicht vollkommen neuartig sein, aber wer erfindet heutzutage das Rad schon komplett neu? Ich vergebe das Prädikat lesenswert und empfehle es gern weiter!

Verena Spangler (academicworld.net-userin)

Ghostdater. Sebastian Schnoy.
Rowohlt. 9,99 Euro.

Share.