Genie und Wahnsinn

Am Ende der ersten Staffel ist die bipolare Carrie Mathison nach ihrem Zusammenbruch aus der CIA ausgeschieden und als vollkommen unglaubwürdig diskreditiert. Das allerdings ändert sich recht schnell, denn bei Homeland ist es auch in der zweiten Staffel noch lange nicht vorbei.

Carrie zwischen Genie und Wahnsinn. © Twentieth Century Fox Home Entertainment
Carrie zwischen Genie und Wahnsinn. © Twentieth Century Fox Home Entertainment© FOX. All rights reserved.

Mittlerweile lebt Carrie bei ihrer Familie, unterrichtet Englisch für Immigranten und hat sich wieder einigermaßen stabilisiert. Natürlich zermartert sie sich nach wie vor den Kopf, wie sie sich in Nicholas Brody nur so unglaublich täuschen konnte und kommt doch zu keinem Schluss.

Überraschung!

Dann kommt ein unerwarteter Anruf von Saul Berenson, ihrem ehemaligen Boss bei der CIA. Was als ein Kurzeinsatz beginnt, zieht Carrie zurück in den Strudel aus Adrenalin, Lügen, Wahrheit und Selbstzweifel. Bis auch die bisher zurückweisende CIA zugeben muss, dass Carrie schon immer Recht hatte …

Nicholas Brody hat sich in der Zwischenzeit als Politiker etabliert und befindet sich im Wahlkampf um das Amt des Vizepräsidenten. Klar, dass er immer nervöser wird, was seine Verbindung zu dem Terrornetzwerk von Abu Nazir betrifft. Nettes Goodie: Seine Frau Jessica kann man nach wie vor getrost nicht leiden dürfen. Wer nur das Rampenlicht als Frau eines erfolgreichen Politikers genießen möchte, verdient nicht mehr als die Randrolle, die sie einnimmt.

Die Kritik

Allein inhaltlich unterscheidet sich die zweite von der ersten Staffel deutlich. Das ist nicht nur zwecks Spannung gut, sondern auch in der Umsetzung toll gelungen. Die Fakten aus der ersten Staffel bleiben gültig, aber sowohl Handlungen als auch Personen entwickeln sich weiter. Carrie schwankt zwischen Genie und Wahnsinn, bemüht sich aber um mehr Kontrolle. Brody rastet innerlich aus vor Angst und wird letztendlich von allen Seiten bedrängt – welche Entscheidung wird er treffen? Man ist sich als Zuschauer nie ganz sicher, auf welcher Seite er eigentlich steht.

Ein toller Faktor bei Homeland ist, dass keine Folge wirklich unabhängig von der vorhergehenden Episode ist. Statt also wie viele herkömmliche Serien in sich geschlossene Folgen zu drehen, entwickeln sich die Handlungsstränge bei Homeland immer weiter. Da ist permanente Spannung vorprogrammiert, ohne, dass dabei die Grundstory vernachlässigt wird.

Die meiner Meinung nach beste Rolle hat und spielt nach wie vor Clare Danes. Viele Schauspielerinnen wollen oftmals nur gut aussehen, aber Clare zeigt, was ihren Beruf wirklich ausmacht: Die Leidenschaft, eine Rolle voll darzustellen und die Bereitschaft, dafür auch nicht permanent wie ein Prinzesschen auszusehen.

Auszeichnungen, etwa Emmys oder Golden Globes, gab es bereits einige für die Serie. Gerne wird sie auch als die Beste der Welt bezeichnet. Nicht ganz zu Unrecht, wovon ihr euch seit dem 6. Dezember 2013 auf BluRay und DVD überzeugen könnt. Eine der ansprechendsten Mischungen aus Thriller, Politspektakel und Drama, die der Markt zurzeit bietet.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Homeland, Staffel 2

Regie: Michael Cuesta, Lodge H. Kerrigan, David Semel, Lesli Linka Glatter, Guy Ferland
Darsteller: Clare Danes, Damian Lewis, Rupert Friend
Extras: entfallene Szenen, Homeland-Dreh in Israel, Vorschau auf Season 3, Videotagebuch von Damian Lewis, Making-of des Staffelfinales
Im Handel: 6. Dezember 2013

Im Vertrieb von Twentieth Century Fox Home Entertainment

© FOX. All rights reserved.
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