Geigenhumor

Nachwuchskünstler gibt es auf Youtube viele. Aber längst nicht alle schaffen den Aufstieg zum echten Star. Eine, die es gepackt hat, ist Lindsey Stirling. Am 2. Mai ist ihr zweites Studioalbum erschienen und wir sagen euch, was es euch bietet.

© Universal Music
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Nicht all zu lang ist es her, als ein normal aussehendes Mädchen die Geige in die Hand nahm, sich in ihren Wohlfühlklamotten hinstellte, einfach spielte und davon ein Video auf Youtube einstellte. Auf diesem Wege trat Lindsey Stirling, damals noch als Lindsey Stomp mehr oder weniger bekannt, in die Rampe der Öffentlichkeit. Kurz darauf nahm sie bei der US-Show von X-Faktor teil und errang einen höheren Bekanntheitsgrad. Die Videos wurden nicht mehr in ihrem Wohnzimmer gedreht und Lindsey begann, mit ihrer Musik zu experimentieren. Als sie das erste Mal klassisches Geigenspiel mit elektronischem Dubstep mischte, war die Single „Chrystallize“ geboren – ein weltweiter Hit. Nun ist ihr neues Album erschienen: Shatter me. 

Es ist erst ihr zweites Album, doch man möchte trotzdem von einem „typischen Klang“ schreiben, wenn man die LP hört. Insgesamt ist es eine abwechslungsreiche Mischung: Zarte Klänge, die zum Träumen verleiten. Kräftige Vocals und natürlich darf eines nicht fehlen: Der elektrisierender Dubstep. Es tut gut, wenn ein Album mal nicht rein aus klassischen Geigen-Solos besteht. Oder ein Geigenkünstler sich selbst in den Mittelpunkt rückt und das 80-köpfige Orchester im Hintergrund ignoriert. Es ist also wirklich eine LP einer Solokünstlerin, die sich zwar gerne mal Unterstützung holt, die aber auch entsprechend präsentiert. Da rückt die Geige auch mal in den Hintergrund. Das tut der Musik, den Künstlern und vor allem dem Gesamteindruck des Albums sehr gut.

Schade ist nur, dass bei ein, zwei Stücken der unterlegte Beat so gar nicht stimmig ist. Hier wäre weniger mehr gewesen. Es klingt etwas „günstig daheim produziert“, als hätte jemand einfach den simpelsten Elektro-Beat unter sonst einwandfreies Geigenspiel gelegt. 

Übrigens, kleiner Tipp: Der Kracher des Albums ist ganz knapp nicht der titelgebende Song „shatter me“ mit Lzzy Hale, sondern „beyond the veil“.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Lindsey Stirling. Shatter me.
Universal Music. 14,99 Euro.

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