Geh mit Gott, aber geh!

Thomas of Hookton hat einst den heiligen Gral gefunden und ihn im Meer versenkt, um ihn der Menschheit vorzuenthalten. Jetzt wird er auf La Malice angesetzt, das heilige Petrusschwert. Mitten in den Wirren des drohenden Krieges in Europa ist er allerdings nicht der Einzige, der auf der Suche danach ist …

Europa, 1356. Das damalige Europa befindet sich im Krieg und Sir Thomas of Hookton, Der Bastard, kämpft unter den Farben Northhamptons für England. Zusammen mit seiner Kampftruppe, den Hellequin, zieht er durch Frankreich und plündert – wenn er nicht gerade einen speziellen Auftrag von seinem Earl erhält. Gerade hat er die Frau eines unangenehmen Adeligen wiederbeschafft, aber nicht den versprochenen Lohn erhalten – also behält er die Frau kurzerhand ein.

Rettet die Christenheit

Währenddessen wollen die Franzosen und mit ihnen ihr Papst – denn die Kirche ist zweigeteilt – den Krieg gewinnen, indem sie die heilige Petrusklinge finden. Mit diesem Schwert hat Petrus einst Jesus verteidigt, der die Waffe allerdings verflucht hat … Ein Wettrennen beginnt und findet seinen fulminanten Höhepunkt in einer alles verändernden Schlacht.

Die Kritik

Bernard Cornwell ist bekannt für seine teils langatmigen Erzählungen. Sein neuestes Buch, beziehungsweise die neueste Übersetzung, „1356“, fällt da deutlich aus dem Rahmen. In ihm zeichnet er ein angenehm vollständiges Bild, denn er verwendet nicht nur den Klassiker Frankreich gegen England, sondern bringt beispielsweise auch die Schotten mit ins Spiel, die sich natürlich mit Frankreich verbünden. Doch der Schreibstil bleibt dabei wesentlich lockerer und leichter zu lesen.

Überraschend locker

Entgegen seiner sonstigen Manier beschreibt Bernard Cornwell in „1356“ nur eine einzige Schlacht und das noch ganz am Ende. Auch nicht ganz so episch oder heroisch wie gewohnt, sondern der Zeit und den Charakteren angepasst. Wer mit einer bildhaften Vorstellung gesegnet ist, hat da beim Lesen ordentlich was auszuhalten – Keulen zerschmettern Köpfe, Lanzen zerreißen Gedärme … Ladylike geht anders. Aber das möchte er ja auch nicht sein und die Schlacht ist tatsächlich der Höhepunkt beider Handlungsstränge: Sowohl die Jagd nach La Malice als auch die Spannungen zwischen England und Frankreich finden hier ihr vorläufiges Finale.

Auch toll: Nur weil es gut ausgeht, heißt es nicht, dass alle am Leben bleiben oder sich ehrenhaft verhalten. 

Das Fazit

Das Lesen lohnt!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Bernard Cornwell. 1356.
Wunderlich. 24,95 Euro.

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