Für Kenner des Detektivs Patrick Kenzie

In seinem sechsten Fall bekommt es Patrick Kenzie mit der russischen Mafia zu tun, die ein junges Mädchen entführt hat …

In den Fängen der Entführer

In seinem sechsten Fall soll Patrick Kenzie, Privatdetektiv, ein Mädchen suchen, das er schon in der Vergangenheit einmal gesucht und gefunden hat. Nur dieses Mal hat sie sich wohl mit den falschen Leuten eingelassen, denn ehe Patrick sich versieht, gerät er in den Clinch mit der russischen Mafia. Was er dort entdeckt, ist ein Netz aus Identitätsklau, Babyhandel und Brutalität. Und mittendrin die 16jährige Amanda, die vor der Zeit gereift scheint und nicht nur Patrick, sondern auch den Leser mit ihrem Verhalten sprachlos macht. Erst recht, als er herausfindet, dass sie nicht nur nicht gefunden werden will, sondern auch noch ein Baby bei sich hat.

Patricks Frau, Angie, will ihren Mann unterstützen, trotz der Gefahr für sich selbst und nicht zuletzt ihre kleine Tochter, die sie schleunigst aus der ?Schusslinie? der Russenmafia bringen muss. Diese will auch noch ein unscheinbares Schmuckstück, das ?Weißrussische Kreuz? an sich bringen. Eine teilweise slapstickartige Jagd beginnt.

Leichtfüßiger Schreibstil und toller Humor

Ich muss sagen, vielleicht wäre mir der Einstieg in die Geschichte, das Buch, deutlich leichter gefallen, wenn ich die anderen fünf Teile vorher auch gelesen hätte und Patrick und Angie mir bekannter gewesen wären. So habe ich mich erst einmal nur am wirklich sehr leichtfüßigen Schreibstil und dem tollen Humor ergötzt. Gebremst hat mich dann immer nur, dass mir Dinge aus der Vergangenheit ? so auch Amandas Geschichte – nicht präsent war. Es wurde zwar immer wieder mal auf die Vergangenheit eingegangen, aber ich musste mir schon einiges selbst zusammen reimen, was teilweise störte.

Aber wie gesagt, der Stil hat mir sehr gut zugesagt, die Personen waren so gut beschrieben, dass man sie wirklich vor sich sah, wie die Geschichte als solches auch, ich könnte mir demzufolge auch sehr gut vorstellen, dass die Handlung auch als Film gut funktionieren würde, inklusive Witz.

Fazit

So denke ich, dass „Moonlight Mile“ eher etwas für Leute ist, die die Vorgängerbände  schon kennen und Fans sind, oder die sich vornehmen alle anderen vorweg zu lesen. Dann ist das eine tolle Fortsetzung mit lieb gewonnenen Figuren, die man in ihrem Leben gern weiter verfolgen und bei ihren – teilweise skurrilen – Ausführungen von Aufträgen begleiten möchte.

(Sabine Kettschau; academicworld-userin)

Dennis Lehane. Moonlight Mile.
9,99 Euro. Ullstein Taschenbuch

Stand November 2011
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