Fünf Fragen, ein Ziel: Die Karriere im Ausland

Viele Berufsanfänger stellen sich eine langfristige Karriere im Ausland sehr romantisch vor: Ein ausgesprochen gutes Gehalt, die Sonne scheint den ganzen Tag und man genießt Privilegien, von denen man in Deutschland nur träumen kann. Doch entspricht das der Wahrheit und sind Sie tatsächlich bereit für eine Karriere außerhalb Deutschlands? Hier kommen fünf Fragen, die Ihnen bei der Entscheidung behilflich sein können.

1. Frage: Was studiere ich? 

Selbstverständlich gibt es auch Möglichkeiten, ohne ein Studium im Ausland zu arbeiten, wie zum Beispiel als Koch oder Handwerker. Hilfreich ist sie jedoch ganz bestimmt, die akademische Ausbildung. Grundsätzlich können Sie mit fast jedem Studium ins Ausland gehen: Als Lehrer an eine internationale Schule in Chile, als Hotelmanagerin in ein Chalet in der Schweiz. 

Studiengänge mit wirtschaftlichem Schwerpunkt, Juristen und Ingenieure werden auf dem internationalen Arbeitsmarkt vermehrt gesucht und eingestellt. Wie wäre es also zum Beispiel als Jurist in einer deutschen Kanzlei in Singapur? 

2. Frage: Welche Zusatzqualifikationen benötige ich?

Neben einer guten Ausbildung spielen weitere Zusatzqualifikationen eine entscheidende Rolle. Sammeln Sie unbedingt Berufserfahrung bereits während des Studiums, in Form von Praktika im In- und Ausland. Gehen Sie für ein Praxissemester ins Ausland und lernen Sie so viele Sprachen wie möglich – Englisch allein reicht nicht mehr aus! Lassen Sie diese Sprachkompetenzen nicht einstauben und besuchen Sie regelmäßig Sprachkurse (informieren Sie sich zum Beispiel hier). Haben Sie Interesse an der Arbeit mit internationalen Organisationen, den Vereinten Nationen, dem Kinderhilfswerk UNICEF oder der deutschen Entwicklungszusammenarbeit? Dann engagieren Sie sich bereits im Vorfeld für politische Themen und zeigen Sie zivilgesellschaftliches Engagement. 

3. Frage: Bin ich für das Nomadenleben gemacht? 

Für drei Jahre nach Tokio, für vier Jahre nach Barcelona und für einen Kurzeinsatz von neun Monaten nach Buenos Aires – das hört sich doch gar nicht so schlecht an. Es geht aber auch anders: Zwei Jahre in Bamako, drei Jahre in Ouagadougou und danach nach Pristina im Kosovo. Egal für welchen Karriereweg Sie sich im Ausland entscheiden, Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass gegebenenfalls ein Nomadenleben auf Sie wartet. In regelmäßigen Abständen suchen Sie sich eine neue Wohnung, neue Freunde und lernen ein vollständig neues Lebensumfeld kennen. Das kann ganz schön anstrengend werden.  

4. Frage: Kann ich gut mit Herausforderungen umgehen?

Neben den häufigen Umzügen in ein fremdes Land, werden sich Ihnen auch andere Herausforderungen stellen: Nicht überall auf der Welt läuft alles so optimal und gut geregelt wie hier in Deutschland. Manchmal müssen Sie mit unverständlicher Bürokratie kämpfen, sich auf neue kulturelle Begebenheiten einlassen oder einfach mal einen mehrtägigen Strom- oder Wasserausfall durchstehen – können Sie das? Außerdem ist eine Karriere im Ausland auch nicht unbedingt familienfreundlich. Macht Ihr Partner/ihre Partnerin die Umzüge mit? Ist er oder sie willens, für Sie beruflich zurückzustecken? All diese Fragen sollten Sie im Vorfeld unbedingt klären sollten. 

5. Frage: Und, kann es losgehen? 

Eine Karriere im Ausland stellt Sie vor große Herausforderungen und manchmal kommen Entbehrungen auf Sie zu – und trotzdem: Die Arbeit für ein internationales Unternehmen in Argentinien oder die Mitarbeit in einer Nichtregierungsorganisation in Ghana bietet Ihnen eine Bandbreite an spannenden Erfahrungen und neuen Eindrücken – Sie sollten es ausprobieren!  

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