Freundschaft und Verrat

Wer schon mal einen Roman eines sonst so geliebten Autors gelesen hat und sich nach der Lektüre dachte: „das Buch kann doch unmöglich aus seiner oder ihrer Feder stammen“, der muss „Schwindlerinnen“ von Kerstin Ekman lesen.

In diesem Roman erzählt die schwedische Autorin von Lillemor Troj und ihrer Freundin Babba, die ein tiefes Geheimnis verbindet. Während Lillemor für ihre Romane gefeiert wird und den ganzen Ruhm einheimst, steht Babba im Schatten ihrer Freundin – dabei gehen die Romane eigentlich auf Babbas Konto. Doch diese will nun nicht länger schweigen und der Öffentlichkeit mitteilen, wer die Gärtnerin der Früchte des Ruhms ist, die Lillemor erntet. Dies kann natürlich nicht ohne Folgen für die beiden bleiben …

Der Schwindel im Literaturbetrieb hat schon viele Autoren beflügelt, man denke dabei nur an Martin Suters „Lila, Lila“ oder den Roman „Die Sünden meiner Väter“ von Liz Nugent. Allesamt Bücher, die von der Täuschung durch (vermeintliche) Autoren erzählen und von denen man annehmen muss, dass sie nicht auf realen Erfahrungen beruhen.

Kerstin Ekman erzählt in „Schwindlerinnen“ nun auch höchst plausibel und unterhaltsam von der Lust am Betrug und der Täuschung, der die Mitmenschen manchmal auch auferliegen wollen. Sie hält dem Bestseller-süchtigen Buchmarkt den Spiegel vor und lässt auch den Leser manchmal stutzen. Wollen wir nicht manchmal beschwindelt und belogen werden? Wohnt in uns nicht der Wunsch nach der Vorgaukelung einer heilen Welt? Diese Fragen und viel mehr wirft die Schwedin in diesem lesenswerten Buch auf. Geschickt verwebt sie die Lebensgeschichten Lillemors und Babbas zu einem Täuschungsgeflecht, in dem man sich gerne verheddert!

Marius Müller (academicworld.net-user)

Kerstin Ekman. Schwindlerinnen.
Piper Verlag. 19.99 Euro.

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