Fremde Schatten küsst man nicht

Da ist ein kleiner Junge mit einer ausgesprochen seltsamen Begabung: Er stielt die Schatten seiner Freunde und Feinde. Das führt zu einem eher ungewöhnlichen Leben, denn wie geht man sowohl als Junge als auch als Erwachsener mit einem solchen Talent um?

Er ist ein kleiner Junge, der vor einem Neuanfang steht: Sein Vater hat die Familie verlassen & außerdem ist er der Neue in einer Schule auf dem Land. Bald entdeckt er, dass er eine besondere Gabe hat – er kann mit den Schatten seiner Mitmenschen reden und sie sogar mitnehmen. Auf diese Art erfährt er vieles über seine Freunde und Feinde. Doch was soll er mit diesem komischen Talent anfangen? Endlich erwachsen, ist er mittlerweile angehender Arzt. Vielleicht kann er anderen Menschen helfen?

Das Urteil

Marc Levy kann eines ganz besonders toll – erzählen. Wahrscheinlich könnte er auch ein Buch darüber schreiben, wie man sich die Schuhe bindet und es klänge wie eine  fantastische Geschichte. Er nimmt uns mit in die Gedankenwelt eines Jungen, der gleichzeitig kindlich als auch seltsam erwachsen ist. Der Leser taucht ab in die Wahrnehmung eines Kindes, dessen Feststellungen über die Welt die unsrige erschüttern können.

In dieser Geschichte geht es nicht um ein großes Ereignis oder eine total spannende Entwicklung. Marc Levy nimmt uns einfach mit auf eine Gedankenreise, die anschaulich unterhält, nachdenklich macht, uns lachen und weinen lässt. Ganz ohne Übertreibung. Echt.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Marc Levy. Wer Schatten küsst.
8,99 Euro. Blanvalet.

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