Familienterror und Fälle lösen in der Provinz

Franz Eberhofer, die schießwütige Allzweckwaffe aus Niederkaltenkirchen ist zurück. In seinem zweiten Fall rund um das beschauliche Dörflein in Niederbayern gibt es wieder allerlei Skurrilitäten um und abseits eines Mordfalls.

Familienterror und Fälle lösen in der Provinz

Nachdem Franz Eberhofer in Folge eines traumatischen Einsatzes im Dienste der Münchner Polizei zum bleigetränkten Problemfall – Schießerei pflasterten seinen Weg durch die Stadt – wird, lässt man ihn, den unkündbaren Beamten zur Sicherheit für sich und andere in seinen Heimatort Niederkaltenkirchen versetzen. Dort, so meint man, ist es bestimmt so sicher und langweilig, dass sich selbst dem Mann mit dem locker sitzenden Colt keine Gelegenheit für einen Shoot-out bietet. Schon im ersten Band „Winterkartoffelknödel“ zeigte sich aber, dass dies ein Trugschluss war. Nachdem er den geheimnisvollen Vierfachmord geklärt hat, will er es nun mit der Jetzt-wieder-Freundin Susi ruhig an gehen.

Die liebe Familie …

Drohungen an der Hauswand vom extrem unbeliebten Schulrektor Höpfl bringen aber nur allzu schnell wieder Tumult in den ruhigen Alltag. Dort steht mit roter Farbe geschrieben: Stirb, du Sau! Als aus der vermeintlich leeren Drohung aber dann harte Realität wird und man die Leiche von Höpfl findet, ist er plötzlich wieder mitten drin in den Ermittlungen – selbst gegen den Willen der Vorgesetzten. Wenn dann auch noch sein nervtötender Bruder mitsamt anverlobter Thailänderin und Nachwuchs auftaucht und Vater Eberhofer mal wieder den ganzen Hof mit den Beatles dauerbeschallt, wird klar: Das Leben auf dem Land ist nicht immer einfach!

Unterhaltsame Typen in vermeintlichem Idyll

Die Hauptkrimihandlung ist, wie schon im Vorgängerbuch, zwar spannend, überraschend und erstaunlich klischeefrei, bleibt aber dennoch eher Randphänomen. Was das Buch so gut macht ist zum Einen der Wiedererkennungswert und zum Anderen der Stil. Die Autorin, das wird schnell klar, hat den Menschen vor Ort – wie man so schön sagt ? genau „aufs Maul geschaut“. Sprachduktus und Charakterzeichnung sind typisch, tiefgründig und zum schreien komisch. Vielleicht keine Geschichte, die lange nachhallt, aber eine, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite bestens unterhält. Auch wenn das, so flüssig wie das Ganze sich liest, wohl kaum mehr als ein Wochenende sein dürfte.

256 Seiten
dtv
14,90 Euro


Stand Mai 2011
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