Familie in sieben Akten

Es ist eine Patchworkfamilie vom Feinsten: Am Genfer See wachsen sieben Adoptivschwestern bei einem alleinstehenden Mann auf. Als Pa Salt, wie sie ihn nennen, stirbt, schickt er jede von ihnen auf die Reise nach ihrer Herkunft. Eine Saga mit Faszination Reichtum oder schnöder Mummenschanz?

Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See. Doch dann stirbt ihr Vater überraschend und hinterlässt jeder ihrer Schwestern und ihr einen Umschlag. Plötzlich halten sie alle den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit in den Händen: Maia fasst den Entschluss, in ihre Geburtsstadt Rio zu fliegen. An der Seite des befreundeten Schriftstellers Floriano Quintelas beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet …

Die Kritik

Mit den lokalen Hintergründen soll es vermutlich wie ein Märchen wirken: Ein herrschaftliches Anwesen am Genfer See, dann die Möglichkeit, dass Maia einem portugiesischem Adelsgeschlecht entstammt. Leider ist das so unrealistisch, dass es geradezu langweilig wird. Natürlich fällt den Damen bisher alles in den Schoß, es gibt keinen Konflikt – und damit kaum Spannung.

Die eingestreuten Fakten über Brasilien wirken deplatziert und sind dazu vollkommen oberflächlich. Es soll wohl der Anschein entstehen, die Autorin habe sich ganz toll mit dem Land auseinander gesetzt. So wirkt es aber nicht, sondern aufgesetzt, künstlich und nützlich für die Handlung sind sie erst recht nicht.

Leider kann auch die Lesung das Werk nicht aus der Tiefe reissen. Immerhin gibt es mehr als eine Stimme, nämlich drei. Eine erzählt beispielsweise die Gegenwart, eine andere liest Briefe aus der Vergangenheit. Insgesamt wirkt die Lesung fast schon apathisch, sehr getragen und ist quasi frei von Energie.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Lucina Riley. Die sieben Schwestern.
Der Hörverlag. 13,95 Euro.

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