Fahrrad subventioniert Auto

Die höchsten Spritpreise aller Zeiten und der Aufschrei der Autofahrer ist groß. Doch eine Studie der Wiener Universität für Bodenkultur belegt: Autofahrer nehmen, Radfahrer zahlen

Unterstützt finanziell gerade einen Autofahrer: Radfahrer. Bild: imagebase.davidniblack.com

Was ist der gesamtwirtschaftliche Preis eines Verkehrsmittels und welche Kosten verursacht es? Die Studie „Gesamtwirtschaftlicher Vergleich von Pkw- und Radverkehr“ der Universität für Bodenkultur in Wien verglich hierfür die Faktoren Gesundheit und Lärm sowie die Kosten für Betrieb, Reisezeit, Schadstoffe und Klima.

Dabei kamen die Autoren der Studie zu dem überraschenden Ergebnis, dass die wenigen Wiener Radfahrer die Übermacht der Autofahrer quersubventionieren, also deutlich mehr in das System einzahlen, als sie entnehmen.

Auch erstaunlich: Ein Auto zu bewegen, kostet – Betrieb, Unfallwahrscheinlichkeit und ökonomischer Wert der Reisezeit miteinberechnet – 94 Cent pro Kilometer. Das Fahrrad ist mit 83 Cent nur geringfügig billiger.

Was allerdings manchem passionierten Radfahrer noch mehr die Zornesröte ins Gesicht treiben wird, sind die externen Kosten, also jene Summe, für die die Allgemeinheit aufkommt. Während Autofahrer pro gefahrenem Kilometer 4,35 Cent aus dem Gesamtkostenpott entnehmen – die größten Posten entfallen auf die Kosten für Unfälle und Lärm – zahlen Radfahrer rechnerisch 81,47 Cent in die Gesellschaftskasse ein.

„Grund dafür ist die stark positive Wirkung von regelmäßiger Bewegung auf die Gesundheit von Radfahrern“, sagt Co-Autor Meschik gegenüber Andreas Wetz von “Die Presse”. “Die Krankenkassen haben deutlich weniger Ausgaben. Unter Anwendung modernster Methoden lässt sich das ziemlich genau errechnen.”

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