Es ward Licht – nein lieber nicht!

In Band 1 – Obsidian – traf Katy auf den etwas irrsinnig von sich überzeugten Daemon. Am Ende war klar: Der Typ ist ein Alien und hat einige mächtige Feinde. Die jetzt Katy jagen – man gönnt sich ja sonst nichts. Hält Band 2, was Band 1 verspricht?

Mit Sicherheit! Denn Katy ist kein verliebtes Teenagerkind, das Daemon am Liebsten einen Altar bauen würde. Klar, sie fühlt sich zu ihm hingezogen, aber das könnte theoretisch auch das Ergebnis der Heilung sein. Kleine Erinnerung: Katy war so schwer verletzt, dass Daemon sie vor dem sicheren Tod bewahren musste, indem er sie mit seiner Energie geheilt hat. Das hinterließ leider Spuren – und jetzt sind quasi alles und jeder hinter ihr her. Die Schatten, das Verteidigungsministerium (VM) und zu allem Überdruss muss es einen Verräter in den Reihen der Lux geben.

Das ist nicht alles: Ihre Mutter schleppt einen neuen Typen an, der schon ein bisschen creepy ist. Daemon ist noch anziehender und abstoßender als zuvor. In der Schule wird munter gegen sie geplottet und die lokale Aliencommunity ist auch nicht sooo gut auf sie zu sprechen. Klar, immerhin wurde Daemons Bruder wegen und zusammen mit seiner menschlichen Freundin Bethany damals getötet. Obwohl, wer ist dann die hübsche Unbekannte an der Seite der VM-Mitarbeiter?

Die Kritik

Der Humor ist ein ganz wesentlicher Teil des guten Tons in Onyx. Wie in Obsidian auch gibt es der weiblichen Hauptperson den richtigen Biss, ohne ihr dafür gleich Vampirzähne verleihen zu müssen. Nein, Katy ist ein ganz normaler Mensch und schiebt auch schon mal eine gehörige Portion Selbstzweifel vor sich her. Dafür ist sie auch schlagkräftig. Sie wartet nicht ewig, um sich mal zu wehren und mimt kein braves Mädchen, wenn ihr jemand an den Kragen will. Das macht die Figur einfach super sympathisch.

Die Handlung aus dem ersten Band wird sinnvoll weitergeführt. Es entsteht keinesfalls der Eindruck, dass hier nur aus Sequel-Wünschen ein zweites Buch entstanden ist.  Die Zahl der neuen Player hält sich in Grenzen, dafür hat jeder von ihnen eine Bedeutung. Esn ist am Ende ein bisschen zu offensichtlich, dass eine bestimmte Person der Verräter ist. Im Gegenzug hat sich die Autorin ein echt nettes „warum“ einfallen lassen, dass den Knacks wieder wett macht.

Fazit: Ein Buch der no-age-Fantasy, in dem die Hauptdarstellerin einfach menschlich und normal ist. Durchaus auch einmal die Zicke gibt – ganz gleich, wie grün die Augen des männlichen Charakters. Insgesamt für alle geeignet, die mal was anderes als Vampire oder Werwölfe lesen wollen. 

Ein Wort sei auch dem Cover, beziehungsweise Buchumschlag gewidmet – hochwertig, selten schön und emotional super passend zur Story.
 

Bettina Riedel (academicworld.net)

Onyx – Schattenschimmer. Jennifer L. Armentrout.
Carlsen Verlag.  19,99 Euro.

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