Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben …

… wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Wenn es sich dann bei dem bösen Nachbarn auch noch um einen blutrünstigen Vampir handelt, der die monotone Vorstadtsiedlung als Selbstbedienungsrestaurant missbraucht, wie in „Fright Night“, dann heißt es wachsam sein. Ab 9. Februar auf DVD und Blu-ray.

Fright Night © DreamWorks II Distribution Co., LLC.

Endlich auf der Sonnenseite des Lebens?

Eigentlich fühlt Charlie Brewster (Anton Yelchin) sich den Tagen der Superhelden und Superschurken endlich entwachsen. Endlich gehört er zu den coolen Kids an seiner Schule, hat mit der hübschen Amy (Imogen Poots) eine Freundin. Mit seiner alleinerziehenden Mutter (Toni Collette) kommt er gut aus. Nur die alten Nerd-Kumpel Adam und Ed (Christopher Mintz-Plasse) haben nun keinen Platz mehr in seinem Leben. 

Doch lange währt das Glück nicht. Als der charmante neue Nachbar Jerry (Colin Farrell) ins Nachbarhaus zieht wird es brenzlig für die Leute in der fast geklont wirkenden Siedlung mitten in der Wüste um Las Vegas. Dass er nur nachts zu sehen ist erklärt sich zunächst ganz gut damit, dass er auf einer Nachtbaustelle arbeitet und Tags schläft. Gerade in Vegas haben schließlich viele nächtliche Arbeitszeiten. Doch einer schöpft bald Verdacht, dass mit dem gutaussehenden Kerlchen etwas nicht stimmt: Charlies Kumpel Ed. Als dann auch noch die Nachbarn beginnen zu verschwinden, macht er sich auf eine folgenreiche Erkundungstour. 

Achtung bissiger Nachbar!

Erst nachdem auch Ed verschwunden ist wird es Charlie langsam mulmig. Unter Zuhilfenahme von Eds Recherchen stößt auch er auf die Wahrheit: Nachbar Jerry ist tatsächlich ein Vampir. Wie gut, dass ihm noch niemand erlaubt hat ihr Haus zu betreten. Doch so einfach lässt der Blutsauger sich nicht beeindrucken. Trickreich wird das Klischee vom nicht ohne Erlaubnis zu betretenden Haus immer wieder unterlaufen, etwa wenn Jerry mit einer Gasexplosion die Bude in eine Ruine verwandelt, weil es sich, wie er verkündet, dann ja nicht mehr um ein Haus handelt. 

In einer Nacht gerät dabei die Lage vollends außer Kontrolle. Charlie und Amy flüchten sich in Las Vegas zu dem Showmagier angeblichen Vampirexperten Peter Vincent (David Tennant). Der entpuppt sich zunächst aber als komplette Nullnummer. Doch  zusammen mit Charlie muss er über sich und die Angst vor Vampiren hinauswachsen – sonst haben sie keine Chance. Gut dass die reichhaltige Vampirausrüstung von Peter und der örtliche Baumarkt einiges hergeben.

Herrlich humorvoller Horror-Blödsinn

Vor allem David Tennants Peter Vinzent hat die Lacher auf seiner Seite, er scheint die Rolle des überdrehten, vulgären Showstars mit Perücke und falschen Tatoos zu genießen. Hauptdarsteller Anton Yelchin bleibt leider über weite Strecken blass und Toni Collette wirkt bisweilen etwas unterfordert von ihrer Rolle. Dafür versprüht Colin Farrell den Charme des diabolischen Blutsaugers recht hingebungsvoll. 

Natürlich ist vieles in „Fright Night“ vorhersehbar und platt, aber der charmante, skrupellose Vampir aus der Nachbarschaft und seine Gegner unterhalten ganz ordentlich. Die Darsteller haben insgesamt sichtlich Spaß an ihrem Tun und spielen, wie der gesamte Film durchaus gekonnt mit den genretypischen Klischees. 

Gisela Stummer (academicworld.net)

Fright Night

Regie: Craig Gillespie 
Darsteller: Anton Yelchin, Colin Farrell, Toni Collette, David Tennant, Imogen Poots, Christopher Mintz-Plasse

Im Verleih von DreamWorks 

Share.