Entspannt entscheiden

Wie, wo und was? Das ist hier die Frage! Wer die letzten Züge in der Schule vor sich hat, plant die ersten Schritte in eine neue Welt. Studium oder Lehre? Was erwartet Papa von mir? Wie kann ich meiner großen Schwester das Wasser reichen? Oder: Was will ich eigentlich selbst am liebsten?

Bildungsexpertin Franziska Wille zeigt euch die drei klassischen Einstiegsvarianten auf und führt euch durch die Vorteile des dualen Studiums, der Ausbildung und des Studiums.

Zeit, sich zu entscheiden
Sicher hat jeder schon länger Vorstellungen und Talente, die er umsetzen und fördern möchte. Gerade bei der sich schnell wandelnden Bildungsbranche mit immer neuen Programmen und Studiengängen, ist ein zweiter Blick vor der endgültigen Einschreibung wichtig.

Welche Persönlichkeitsmerkmale zeichnen mich aus? Welche Leistungen kann ich erbringen? Wir sprachen mit Ragnhild Struss, Gründerin und Inhaberin von „Karriereberatung Struss und Partner Karrierestrategien„, und fragten: Wem empfehlen Sie eher eine Ausbildung, wem ein Studium? Gibt es noch klassische Charaktere und Muster für die jeweiligen Bildungswege?

„Pauschal lässt sich das nicht beantworten“, so Ragnhild Struss. „Allerdings ist vorab sicher eines wichtig: Die Entscheidung, ob wir zu einem Studium oder einer Ausbildung raten, machen wir als erstes vom Menschen abhängig und nicht von potenziellen Karriere- Erfolgsaussichten einzelner Berufsbilder.“ Dabei gäbe es keinen „klassischen“ Ausbildungs- oder Studiencharakter, viel eher spiele die Persönlichkeit, aber auch das intellektuelle Leistungspotenzial eine wichtige Rolle. „Ebenso die Frage, in welchem Rahmen der jeweilige Mensch sein Potenzial bestmöglich entfalten kann: eher im Rahmen einer praktischen Betätigung mit recht festgelegten Lernverläufen oder im Rahmen eines ‘freieren’ Studiums, in dem es um das Erlernen (theoretischen) Wissens geht. Auch beim Studium als solches gibt es große Unterschiede – wem wir BWL empfehlen, zu dem würde, einmal ganz grundsätzlich gesprochen, eine vorherige Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann besser passen als zu jemandem, dem wir ein geisteswissenschaftliches Studium empfehlen.“

Das duale Studium – Mix aus Theorie und Praxis

Also geht es zunächst einmal um das In-sich-hineinhören und Erkennen:  Was tue ich gern? Was macht mir Freude? Womit beschäftige ich mich und kann mir vorstellen, es nicht nur als Hobby zu sehen, sondern als tägliche Arbeit? Dabei sollte eine weitere Bildungsmöglichkeit unbedingt bedacht werden: das duale Studium. Für wen eignet sich diese Verbindung aus Praxis und Theorie? „Grundsätzlich passt ein duales Studium zu Menschen, die gut in einem praxisnahen, strukturierten Umfeld aufgehoben sind und hier ihr volles Potenzial entfalten können“, so Ragnhild Struss. „Wer sich für ein duales Studium entscheidet, muss dabei auch gut mit recht straffen Leistungsvorgaben klarkommen.“ Belastbarkeit ist ein großes Kriterium, denn hier laufen Studium und praktische Arbeit parallel! „Wo ein ‘normales’ Studium noch Freiräume bietet, ist bei einem dualen Studium Raum für die praktische Anwendung des Wissens“, erklärt Ragnhild Struss.

Insgesamt werden an Fachhochschulen, Berufsakademien oder auch sogenannten Dualen Hochschulen in Deutschland zurzeit 900 duale Studiengänge angeboten. Der Schwerpunkt liegt hauptsächlich in der Wirtschaft, der Technik und dem Sozialwesen. Ein duales Studium ermöglicht den Studenten, ihr theoretisch erlerntes Wissen direkt im Unternehmen einzubringen. Das bringt Vorteile für Studenten und Arbeitnehmer.

Studium + Job + Ausbildung = Berufsstudium

Eine weitere, ähnliche Form des praxisorientierten Lernens ist das Berufsstudium. Hier werden Studium und Praxisarbeit mit einer Ausbildung kombiniert. Innerhalb von vier Jahren erreicht man so drei Abschlüsse. Verschiedene Schwerpunkte gehen auf die Interessen ein, Officemanagement, Eventmanagement, Sport- und Fitnessmanagement und Gesundheitsmanagement werden angeboten.
(Beispielsweise: www.iss-hamburg.de, Stichwort: Berufsstudium Dienstleistungsmanagement)

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