Entschieden unentschieden

Im zweiten Teil der Divergent-Reihe – Insurgent – steht Ttris in einem Haufen Scherben. Einen ihrer besten Freunde hat sie getötet, ihre Eltern wurden ermordet, die Revolution brennt – und die Gesellschaft bewegt sich keinen Millimeter. Ein Albtraum, aus dem es kein Entrinnen gibt?

Nach Divergent der nächste Schritt: Insurgent zerlegt die schöne Welt der Rebellion.

Tris (Shailene Woodley) und Four (Theo James) sind auf der Flucht, verfolgt von Jeanine (Kate Winslet), der Anführerin der machthungrigen Ken. Im Wettlauf gegen die Zeit müssen sie herausfinden, welches Geheimnis Tris‘ Eltern schützen wollten und dafür mit ihrem Leben bezahlten. Es ist eine geheimnisvolle Box, die nur durch das Bestehen von Simulationen geöffnet werden kann. Dafür braucht es nicht irgendeinen Divergent, dafür braucht es – die Eine. 

Die Konsequenzen längst vergangener Entscheidungen verfolgen Tris nun während sie gleichzeitig verzweifelt versucht, diejenigen zu schützen, die sie liebt. Sie ist in ihrer persönlichen Hölle gelandet. Mit Four an ihrer Seite muss sie sich zahlreichen Aufgaben und Gefahren stellen, um die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Welt zu entschlüsseln. Der kämpft mit seinen eigenen Dämonen, denn für Verstärkung bleibt den beiden gar nichts anderes übrig, als sich den Fraktionslosen zuzuwenden …

Das Leiden der Tris

Der weibliche Hauptcharakter beginnt einen großen Leidensweg, der vom Zuschauer nicht immer mit Mitgefühl honoriert werden kann. Bisweilen ist sie im wahrsten Sinne des Wortes jämmerlich aufgelegt. Klar, sie hat einen Freund erschossen – aber warum eigentlich? Sie hätte ihn auch nur verletzen und schussunfähig machen können. In gewissem Sinne sie selbst Schuld und da darf man auf Dauer eine andere Reaktion erwarten, als eine Britney Spears zu mimen – mit einem alten, stumpfen Messer (ohne Spiegel!) einen extrem gut geschnittenen Pixie-Cut selbst zu schneiden … Es sind Szenen wie diese, die INSURGENT den Boden unter den Füßen wegziehen.

Fantastic Four?

Gut dargestellt ist dagegen der zewiespalt zwischen Four und seiner Mutter. Die Frau kann man nicht „einfach“ unsympathisch finden, weil sie ihr eigenes Schicksal hat, mit dem sie kämpfen muss. Das erkennt auch Four. Ihre Beziehung wird für immer gestört sein, aber sie werden sich fürs erste einen gewissen gegenseitigen Respekt abnötigen, um zusammenarbeiten zu können. Der männliche Hauptdarsteller reißt den Film wieder etwas nach oben. Er betreibt seine Schauspielerei mit absolutem Ernst und versetzt sich tierisch gut in seine Rolle. Ihm zuzusehen, ist nicht nur optisch ein Genuss.

Apropos Optik
Geil gemacht! Kann man gar nicht anders sagen. Die Szenen mit der verfallenen Stadt, der krasse Gegensatz zur hochentwickelten Welt der Ken, die Simulationen – herrlich. Allein wegen der Optik sollte man sich den Film schon mal anschauen, denn die ist wirklich superb, auch wegen Theo James 😉 Im Vergleich zum Buch gewinnt ganz klar der Film!

Außerdem: Es ist gut zu sehen, dass Jeanine an sich gar nicht so machthungrig ist. Sie ist schlichtweg überzeugt von dem, was sie sagt. Es ist vollkommen natürlich in ihrer Welt, dass die Divergent das System, das die Welt im Gleichgewicht hält, ins Wanken bringt. Besonders deutlich wird das in der Schlussszene, in der gezeigt wird, wer hier wirklich hinter der Macht her ist … Nicht der schlechteste Cliffhanger!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Insurgent

Regie: Robert Schwentke
Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Kate Winslet, Octavia Spencer, Ansel Elgort

Ab dem 27. August im Vertrieb der Concorde Entertainment als DVD und BluRay im Handel erhältlich!

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