Eine verhängnisvolle Affäre in „Venice Beach“

Ein Mord. Ein Schauspieler. Ein Polizeiinspektor – alles klar, denkt sich der Leser, wieder ein neuer Kriminalroman. Doch Philippe Besson erzählt in seinem Roman „Venice Beach“ eine komplett andere Geschichte.

Homosexuelle Liebe in Venice Beach © kiss Reinhold_pixelio.de

Hier spielt der Mordfall nur eine untergeordnete Rolle, ein anderes Thema steht im Vordergrund: Die homosexuelle Liebe zwischen zwei Männern.

Begegnung mit Folgen

Als der junge Ermittler an die Tür des bekannten Schauspielers Jack Bell klopft, weil er ihn zu einem toten Prostituierten befragen will, ahnt er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben von Grund auf ändern wird. Er selbst steht am Anfang seiner Karriere, ist verheiratet und seine Frau erwartet ein Kind. Es könnte eigentlich gar nicht besser laufen, als er sich Hals über Kopf in den verdächtigen Schauspieler verliebt und eine aufregende Affäre mit ihm beginnt. Doch die Wahrheit kommt ja bekanntlich meistens an Licht und so nimmt auch diese Liebesgeschichte kein gutes Ende.

Zwei Leben – eine Liebe

Philippe Besson beschreibt in seinem Roman die Liebe zwischen zwei Männern, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der einen Seite der verheiratete Polizist, dessen Leben in geordneten Bahnen abzulaufen scheint und der kurz davor ist, Vater zu werden. Andererseits der schillernde Filmstar, der von Paparazzi verfolgt wird und abgeschieden in einer noblen Villa lebt. Das Leben der beiden gerät mit dem Tod des jungen Prostituierten plötzlich völlig aus den Fugen.

Spannendes Thema auf wenigen Seiten

Aus der Ich-Perspektive und in Rückblenden erzählt der Polizist seine verhängnisvolle Liebesaffäre. Schon zu Beginn wird deutlich, dass diese Geschichte schlecht ausgeht. Immer wieder spielt der Erzähler auf das negative Ende an, was den Leser neugierig macht. Obwohl das Thema spannend ist, bleibt der Handlung auf den 180 Seiten jedoch leider wenig Platz sich zu entfalten. Deshalb wirkt sie an der einen oder anderen Stelle etwas oberflächlich.

Fazit: Interessante Thematik, die Spannung erzeugt, aber insgesamt leider etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt. Vom Umfang her dafür leicht zu bewältigen. 
MTS (academicworld-userin)

Philippe Besson. Venice Beach.
14,90 Euro. dtv.

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