Eine Reise ins Ungewisse auf die Inseln des letzten Lichts

Als Tobey auf der Suche nach seiner Schwester Megan auf einer einsamen philippinischen Insel landet, ahnt er noch nicht, dass dies für ihn eine schreckliche Reise ins Ungewisse sein wird …

 

 

Auf den Inseln des letzten Lichts warten viele unangenehme Überraschungen auf Tobey und seine Schwester; © Christian v.R./pixelio.de

Tobey macht sich auf die Suche nach seiner Schwester Megan, die er auf einer philippinischen Insel vermutet, auf der eine Gruppe von Wissenschaftlern angeblich Primatenforschung betreibt. Auf der Insel erwartet ihn nicht nur eine traurige Nachricht. Schon bald stellt Tobey fest, dass es den Forschern hier um mehr geht, als die reine Liebe zu den Tieren. 

Handlung mit Unterbrechungen

Die Handlung ist in verschiedene Passagen aufgeteilt. Sie beginnt mit Tobeys Ankunft auf der Insel und seinem Aufenthalt dort. Dieser Teil wird zudem immer wieder durch Briefe unterbrochen, die Tobey von seiner Schwester Megan erhalten und gesammelt hat. Durch sie erfährt der Leser einiges über Megans Leben und Charakter. Wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte ist ihre ausgeprägte Tierliebe, die sie seit frühester Kindheit hegt und die sie letztendlich auch auf die Insel verschlägt.  

Auch über Tobeys Kindheit auf einem irischen Bauernhof berichtet der Erzähler. Dieser leidet gleich unter mehreren Traumata – dem Verschwinden seiner Mutter, die die Familie früh verlassen hat, dem schlechten Verhältnis zum Vater, dem Selbstmord eines Freundes und der gescheiterten Rockmusik Karriere. 

Im Anschluss wechselt die Erzählperspektive. Von nun an steht nicht mehr Tobeys Reise im Vordergrund, sondern Megans Erlebnisse auf der Insel. Diese sind nicht minder schreckenerregend. Erst ganz am Ende des Romans bekommt der Leser einen Einblick in das Ausmaß der Geschehnisse auf der einsamen Insel.

Rolf Lapperts Roman „Auf den Inseln des letzten Lichts“ ist spannend und wirft zugleich viele Fragen auf.

Spannung bis zum Schluss

Da man vom Klappentext nicht wirklich viel über die Handlung erfährt und ich auch den Autor nicht kannte, bin ich ziemlich unbedarft an den Roman  herangegangen und war gespannt, was mich erwartet. An sich ist die Handlung spannend aufgebaut. Bis zum Schluss erfährt man nicht wirklich, was tatsächlich hinter den seltsamen Vorgängen auf der Insel steckt und was die Menschen dort verbergen. Das hat mich ständig motiviert weiterzulesen. 

Viele Fragezeichen

Schade ist dann aber, dass vieles in diesem Roman sehr vage  bleibt, zum Beispiel, was Tobey und Megan wirklich verbindet, die wahre Identität des Inselbewohners Tanvir oder warum ein Junge Tobey das Leben rettet und dabei sogar den eigenen Tod in Kauf nimmt. Auch das Ende lässt den Leser leider mit mehr offenen Fragen zurück als mit Antworten. 

Was mich auch etwas gestört hat, waren die langen Einschübe über die Jugend von Tobey. Es wird nicht ganz klar, was diese Informationen eigentlich so recht mit der Handlung zu tun haben. Ähnlich ist es mit der ausführlichen Schilderung von Megans strikter vegetarischer Einstellung.

Fazit:

Alles in allem erinnert der Roman ein wenig an die Inselszenarien aus „Lost“ und „The Beach“. Die Story ist interessant, bietet dem Leser aber zu viele Handlungsstränge, die dann ins Nichts führen. Am Ende darf man keine alles erklärende Lösung erwarten. 
(MTS, academicworld-userin)

Rolf Lappert. Auf den Inseln des letzten Lichts.
dtv. 12,90 Euro.

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