Eine leichte Brise: Muschelstrand

Jeden Sommer verbringt Ulrika die Ferien mit der gleichaltrigen Anne-Marie. Deren Familie adoptiert ein Mädchen, das eines Tages spurlos verschwindet.

Bild: Rita Thielen/pixelio.de

„Es gibt Ereignisse, die so wichtig sind, daß das Erlebnis in der Zeit, in der es geschieht, keinen Platz hat. Es benötigt die zusätzliche Zeit verlangsamter Wahrnehmung.“ (Zitat S.56)

Spurlos verschwunden

Als junges Mädchen lernt Ulrika in den Sommerferien die Famile Gattmann kennen und freundet sich vor allem mit deren Tochter Anne-Marie an, die im gleichen Alter wie Ulrika ist. Sie werden zu den allerbesten Freundinnen und verbringen von nun an jeden Sommer miteinander im Ferienhaus der Gattmanns und am Strand. So genießen sie Jahr für Jahr dieses Idyll. Bis die Gattmanns beschließen, ein kleines indisches Mädchen zu adoptieren, Maja. Sie wird von Liebe und Fürsorglichkeit überschüttet, kann sie aber nicht annehmen. (Jahre später stellt sich erst heraus, dass sie Autistin ist!) Es ist nicht leicht, Maja zu integrieren, so fällt es zunächst auch nicht auf, dass sie beim Mittsommerfest plötzlich verschwunden ist, und es für Wochen bleibt. Auch wenn sie unversehrt ist, so hat dieses Ereignis doch einen gewaltigen Rums verursacht und alles scheint auseinander zu brechen: die Freundschaft von Ulrika und Anne-Marie, als Ulrika aufs Gymnasium geht und auch die Ehe der Gattmanns.

Die Rückkehr

Viel später, als Ulrika schon erwachsen ist, fährt sie, vielleicht getrieben von Melancholie und Nostalgie, mit ihren beiden Söhnen aus eben jene Insel zum ehemaligen Sommerhaus der Gattmanns und trifft dort auf Jens, den Bruder von Anne-Marie. Sukzessive deckt sie Vergangenes auf, möglicherweise auch, um dann endlich ihren Seelenfrieden finden zu können.

Buchcover zu „Muschelstrand“

Die vierte im Bunde

Parallel zur Geschichte von Ulrika, Anne-Marie und Maja wird die der jungen Kristina erzählt. Eigentlich ist sie intelligent, hat aber ein großes Problem mit zwischenmenschlichen Beziehungen, mit Kontakt zu anderen Menschen im Allgemeinen. Sie bekommt Tabletten und eine Therapie, aber erst ein Häuschen auf einer einsamen Schäreninsel in völliger Isolation lässt die zu Ruhe kommen. Was aber hat Kristina mit all den Anderen zu tun? Welches Geheimnis ist noch nicht gelüftet?

Leichtfüßig

Das Buch punktet mit einer anschaulichen detaillierten Beschreibung der Landschaft Schwedens, sowie den Gefühlen und Gedanken der handelnden Personen. Dies verleiht dem Buch einen leichtfüßigen Charakter, leicht wie eine Sommerbrise.

Fazit

Ob Chick-Lit, Familiensaga oder sogar Krimi, was das Buch auch sei, es bringt seinem Leser vergnügliche und spannende Lesemomente!

(Verena Spangler, academicworld-userin)

Marie Hermanson. Muschelstrand.
9,95 Euro. Insel Verlag.


Stand: Dezember 2011
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