Eine halbe Apokalypse to go, bitte!

Niemand kennt ihn und erst recht nicht er sich selbst – Noah, wie er von den anderen Obdachlosen genannt wird. Zusammen leben sie auf den Straßen Berlins, doch Noah will wissen, wer er ist, woher er kommt und wieso er mit einer Schusswunde in der Schulter gefunden wurde. Doch es geht um so viel mehr als nur ihn allein: Am Ende steht die Frage um das Schicksal der gesamten Welt.

Noah kann sich an nichts erinnern – weder wie er heißt, woher er kommt oder wie es dazu kam, dass er eine Schusswunde in der Schulter hat. In diesem Zustand wurde er vom Obdachlosen Oscar gefunden, der ihn wieder aufpäppelt und nach dem in seiner Hand eintätowierten Namen nennt: Noah. Seither lebt er mit Oscar auf, beziehungsweise unter der Straße: In den U-Bahn Tunneln von Berlin. 

Dass Noah eigentlich kein Obdachloser ist, wird immer deutlicher, je stärker Noah nach seiner Vergangenheit sucht: Was für ihn als Weg zur Selbstfindung geplant war, entwickelt sich zu einem düsteren und bedrohlichen Pfad in den Abgrund der Menschheit. Wer ist Noah, was ist Noah und gibt es wirklich eine Verschwörung, die die Welt in Schutt und Asche legen soll?

Die Kritik

„Noah“ ist eine Art Politthriller und damit ein enormer Schritt für den Autor, der bis dato durch normale Krimis in Erscheinung getreten und mit dem Buch „Amokspiel“ zuletzt eher schwach aufgefallen ist. 

Neben der Haupthandlung gibt es einen Seitenstrang, der für eine Weile so gar nichts mit Noah zu tun haben scheint – und am Ende genau die Konsequenzen deutlich zeigt, die westliche Politik in Schwellenländern hervorrufen. Es ist kein angenehmes Bild, das Fitzek zeichnet und so gelungen in eine fiktionale Story einbettet – aber leider Gottes ein realistisches.

Ein neuer Tom Clancy ist Sebastian Fitzek nicht – noch nicht. Aber auf dem Weg, einer der bedeutenderen deutschen Schriftsteller zu werden, gesetzt, er bleibt bei den ernsthafteren Themen. Wenn er das nächste Mal noch etwas mehr Verschlagenheit in seine Charaktere mit einbringt, wird kein Leser auch nur eine Nacht schlafen können, bevor das Buch durch ist. Aber auch so ist „Noah“ eine spannende und gleichzeitig mehr als nur nachdenklich machende Ergänzung gut sortierter Bücherregale.

P.S.: Kleiner Funfact – bei „Noah“ dürfte es sich um das erste Buch als Hardcover von Sebastian Fitzek handeln.

Bettina Riedel (academicworld.net)

Sebastian Fitzek. Noah.
19,99 Euro. Lübbe Verlag.

Share.