Ein nicht zu knackender Code?

Detective Hicks und seine Kollegin Detective Fellowes ermitteln in dem vermutlich skurrilsten Fall ihrer beider Polizeikarriere. Doch damit nicht genug: Auch seine eigene Vergangenheit voller Gewalt holt den Polizisten nach und nach ein.

Der Inhalt

Ein Serienkiller, der scheinbar zu allem bereit zu sein scheint, hält eine ganze Stadt in Atem!

Detective Hicks steht vor vielen offenen Fragen. Zum einen natürlich: Wer war der Mörder? Zum anderen er mit einer handfesten Ehekrise mit seiner hochschwangeren Frau konfrontiert. Das führt dazu, dass der ansonsten durch nichts aus der Ruhe zu bringende Detective sich mitten in einer Krise befindet. Sein Fall gibt nichts her: Es ist weder ein Motiv, noch eine Struktur hinter den Taten zu erkennen. Geschweige denn eine Verbindung zwischen den unterschiedlichen Opfern. Mit einem Sammelsurium an heilen Familienwelten, Kontakten in die Unterwelt und dubiose Internetplattformen, beschwört Steve Mosby ein Szenario herauf, das den Leser nicht nur einmal den Atem anhalten lässt.

Die Kritik

Sprachlich ist der Thriller auf gutem Niveau. Sehr gut finde ich jedoch die Zeitsprünge und Ortswechsel, die Spannung garantieren und oftmals für entscheidende Wendungen sorgen – gerade wenn man am Wenigsten damit rechnet.

Der Psychothriller besteht aus fünf Teilen: Jeder davon steht für eine neue Entwicklungsstufe des obersten Ermittlers Detective Hicks. Zu Beginn ist er der taffe, berechnende Beamte, der nie die Kontrolle verliert. Dann gibt es eine Passage, in der er der missverstandene Ehemann ist, der nicht weiß, warum es in seiner Ehe nicht gut läuft. Mit zunehmender Komplexität des Falls erfährt man, dass er auch der verstörte kleine Junge ist, der von seinem Vater geschlagen und von seiner Familie getrennt wurde. Gegen Ende des Falles ist vom anfänglichen Hicks wenig geblieben, er ist gereift und ist jetzt nicht mehr unnahbar, dafür umso menschlicher. Der Leser identifiziert sich sehr mit seiner Figur. Man erhält facettenreiche Einblicke in die Psyche der Akteure, sowohl während des Geschehens, als auch rückblickend.

Fazit: Nichts für schwache Nerven! Ein gelungener Psychothriller, der von seinen vielen interessanten Rückblicken in die Vergangenheit lebt, aber meiner Meinung nach etwas zu brutal und detailliert die Morde beschreibt. Steve Mosby hat eine Geschichte erschaffen, die von Anfang bis Ende fesselt.

Marvin Lauser (academicworld.net-user)

Steve Mosby. Kind des Bösen.
Knaur. 9,99 Euro.

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