Ein Mann kann die Welt verändern

Rasante Bilder, spektakuläre Schusswechsel und mittendrin Scott Adkins, der bereits in „The Expendables 2“ unter Beweis stellte, dass er der geborene Action-Star und legitime Nachfolger von Arni, Bruce und Co. ist. El Gringo liefert abgedrehte Actionsequenzen und gleichzeitig eine gute Brise Humor. Ab dem 7. Februar ist der von Star-Produzent Joel Silver produzierte Film im Handel erhältlich.

Mit zwei Millionen Doller im Gepäck landet ein Ex-Polizist auf der Suche nach Wasser in dem mexikanischen Dorf El Fronteras. Bei dem Geld handelt es sich um Drogengeld, das er Gangstern nach einer missglückten Polizeiaktion, die sich als Falle herausstellte, abgenommen hat. Die Dorfbewohner empfangen ihn feindselig, dient das kleine Örtchen doch als Highway für Drogen in Richtung der amerikanischen Grenze. Die Einwohner von El Fronteras haben gelernt wegzuschauen und zu schweigen. Der jahrelange Drogenkrieg hat das Dorf gezeichnet. Es regieren korrupte Cops und eine Straßengang. Schnell werden diese auf den „Gringo“ mit der großen schwarzen Tasche aufmerksam. Doch der lässt sich die Tasche nicht so leicht abnehmen. Bis der nächste Bus kommt, mit dem er Richtung Acapulco aufbrechen kann, ist er in der Stadt nicht mehr sicher.

El Gringo räumt auf

„El Gringo“ nimmt es mit den Gangstern auf und schnell stellen diese fest – mit ihm hätten sie sich lieber nicht angelegt. Denn die ersten Leichen pflastern schon bald seinen Weg. Aber kann ein einzelner Mann auf Dauer wirklich gegenüber einer zahlenmäßig weit überlegenen Gang bestehen? Als auch noch ein ehemaliger korrupter Polizei-Kollege in El Fronteras auftaucht, scheinen die Tage von „El Gringo“ gezählt. Doch so leicht lässt der sich nicht unterkriegen …

Legitimer Nachfolger

Wer ihm krumm kommt, liegt schneller flach als man gucken kann. Scott Adkins spielt sehr überzeugend, den charismatischen Ex-Cop, der sich mit zwei Millionen Dollar einen ruhigen Lebensabend machen will. Gestrandet in einem mexikanischen Kaff nimmt er sich nach und nach jeden Gangster der Stadt vor. In guter alter Stallone oder Willis-Manier räumt er dort auf. Kugeln scheinen ihm nichts anhaben zu können. Schmerzen kennt der Mann nicht und hat dabei auch immer noch einen coolen Spruch auf den Lippen. Selbstverständlich hat die schönste Frau der Stadt auch nur Augen für ihn. So will man einen echten Action-Star sehen. Im Unterschied zu besagten Vorbildern dieses Genres, bietet Adkins selbst auch noch richtig was fürs Auge – zumindest für weibliche Actionfans. Alles in allem kann man Adkins daher locker als legitimen Nachfolger der Granden seines Fachs bezeichnen.

Alles, was ein guter Actionstreifen braucht

Rasante Action, viele Leichen, eine Menge Blut, schnelle Schnitte, eine sehr ansehnliche Bardame, die sich den Helden schnappt und Hollywoodaltstar Christian Slater – El Gringo verfügt über all das, was man für einen guten Actionfilm braucht. Man sollte allerdings nicht zart besaitet sein, denn Regisseur Eduardo Rodriguez spart nicht mit expliziten Gewaltdarstellungen. So sterben einige der Gangster regelrecht in Zeitlupe, während literweise Kunstblut ihren Körper zu verlassen scheint. Die Actionszenen sind gut choreographiert und glaubwürdig inszeniert. Was mir besonders gefallen hat, waren die Sequenzen, in denen das Bild verzögert wurde beziehungsweise in denen plötzlich schwarz-weiß-Sequenzen eingeblendet wurden. Diese kurzen Momente der Ruhe steigen die Vorfreude auf das kommende ungemein.

Eine gesunde Portion Selbstironie

Der Film nimmt sich nicht zu ernst. Das darf er aber auch nicht angesichts der zum Teil völlig überzogenen Gewaltdarstellungen und der Menge an Leichen, die „El Gringo“ zurücklässt. Immer wieder werden zum Beispiel kurz Bilder von  Palmen und Drinks eingeblendet, die sinnbildlich für Acapulco stehen sollen. Das gibt dem Film etwas frisches und lässt die explizite Gewalt etwas in den Hintergrund treten. Möglicherweise hat Regisseur Eduardo Rodriguez damit einen Weg gefunden, wie er auf etwas aufmerksam machen kann, ohne den Zuschauer zu verstören.  

Fazit: El Gringo ist etwas für Liebhaber von „Einer gegen alle“-Actionfilmen, die nicht allzu viel Wert auf eine tiefgründige Story legen. Der Film ist kurzweilig, temporeich und bringt alles mit, um einen Actionfan zu begeistern. Wer kein Blut sehen kann und eine pazifistische Grundhaltung vertritt, wird nicht unbedingt auf seine Kosten kommen.

Thomas Hepp, Academicworld

El Gringo

Regie: Eduardo Rodriguez

Darsteller: Scott Adkins, Christian Slater, Yvette Yates

Ab dem 07.02. im Handel erhältlich.

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