Ein Feld mit Zukunft

Ökologische wie auch soziale Faktoren spielen bei der Kaufentscheidung der Endverbraucher eine immer bedeutendere Rolle. Michaela Schöll von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht erforscht in ihrer Doktorarbeit, warum Sustainable Supply Chain Management auch zukünftig wichtig sein wird.

© Gerd Altmann/pixelio.de

Frau Schöll, womit befassen Sie sich im Rahmen Ihrer Doktorarbeit?

Mit Sustainable Supply Chain Management. Dabei untersuche ich die zugrunde liegenden Zusammenhänge und identifiziere entsprechende Faktoren, die als Treiber das Thema weiter pushen, damit es final ganzheitlich in den einzelnen Unternehmen und entlang ihrer gesamten Lieferkette implementiert und umgesetzt wird. Hierzu entwickle ich ein wissenschaftliches Modell auf der Basis bestehender Theorien und erweitere es anhand der Erkenntnisse, die ich bei der Durchführung eines Benchmarking mit acht DAX-Konzernen via semi-strukturierter Interviews als qualitative Datengrundlage gewonnen habe.

Mit welchen Schwerpunkten beschäftigen Sie sich hierbei aktuell?

Konkret entwickle ich derzeit ein Tool mit dem Ziel, department- und unternehmensübergreifende Sourcingentscheidungen auf der Basis einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu treffen und dabei die verschiedenen Dimensionen, beruhend auf dem Ansatz der Triple Bottum Line, mit zu berücksichtigen. Es sollen also nicht nur ökonomische Faktoren, sondern auch soziale und ökologische Kriterien in die Entscheidung einfließen, um so langfristig den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern.

Aus welchem Grund haben Sie sich genau für dieses Thema entschieden?

Ich bin überzeugt, dass in einer global vernetzten Welt dauerhaft wirtschaftlicher Erfolg nicht mehr allein durch rein ökonomische Faktoren definiert wird, sondern dass Endverbraucher zunehmend auch soziale und ökologische Kriterien in ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen. Um dies gewährleisten zu können, muss ein Umdenken stattfinden, was mit der Realisierung nachhaltiger Lieferketten beginnt.

Welches Entwicklungspotenzial hat dieser Bereich Ihrer Meinung nach zukünftig?

Bereits heute stellt er einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar: große DAX-Konzerne erwirtschaften teilweise bis zu 40 Prozent ihres Umsatzes durch Green Products and Services. Dieser Bereich, der maßgeblich durch ein nachhaltiges Supply Chain Management mitbestimmt wird, wird in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen. Dies offenbaren auch hohe Investitionssummen internationaler Organisationen, wie beispielsweise die jährliche Bereitstellung von 100 Milliarden US-Dollar ab dem Jahr 2020 von Seiten der United Nations zum Kampf gegen den Klimawandel. Man sieht also deutlich: es tut sich was!

Was bedeutet Ihnen persönlich die Promotion in Bezug auf Ihre beruflichen Perspektiven?

Eine Promotion zeigt, dass man sich längerfristig mit einem Thema tiefgehend beschäftigen und sich neue wissenschaftliche Methoden aneignen kann. Man baut sich eine gewisse Expertise in einem bestimmten Fachgebiet auf und kann seine Ergebnisse zum Beispiel auf internationalen Konferenzen entsprechend präsentieren. Das sind Eigenschaften, die für einen erfolgreichen weiteren beruflichen Lebensweg maßgeblich sind. Das Thema Sustainable Supply Chain Management bietet auch in Zukunft großes Entwicklungspotenzial. Für mich persönlich sehe ich dabei vielfältige Gestaltungsfelder, sowohl in der Forschung als auch in der Praxis. Für welchen Weg ich mich letztlich entscheide, wird sich zeigen.

Michaela Schöll promoviert am Insitute for Supply Chain Management – Procurement and Logistics (ISCM) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

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