Ein Buch wie ein gutes Essen

Tom Hillenbrand hat mit „Teufelsfrucht“ einen kulinarischen Krimi erster Güte hingelegt. Also: Essen stehen lassen und loslesen!

Rezension "Teufelsfrucht"

Tom Hillenbrand hat mit seiner „Teufelsfrucht“ ein wirklich gelungenes Debüt hingelegt. Der ehemalige Starkoch Xavier Kieffer hat der Haute Cuisine abgeschworen und es sich mit einem kleinen, aber feinen Restaurant in die Luxemburger Unterstadt bequem gemacht. Hier gibt es eine bescheidene Speisekarte mit moselfränkischen Klassikern, die vor allem EU-Beamte zu schätzen wissen. Doch als eines Tages ein Kritiker des Guide Gabin, der Bibel des guten Geschmacks, bei Kieffer tot zwischen den Gängen liegt, ist Schluss mit der Ruhe.

Die dubiosen Geschäfte von Lebensmittelindustrie und Gastronomie

Muss Kieffer um seine Existenz bangen? Doch der Vorfall bleibt nicht einfach so stehen. Es gesellen sich mehrere Brandanschläge und verschollene Restaurantbesitzer hinzu. Dabei scheint der ehemalige Ausbilder und Chef von Kieffer eine Rolle zu spielen; und auch ein alter Kollege, der eine eigene Kochsendung hat. Immer tiefer gerät Kieffer dabei in den Sumpf von dubiosen Geschäften der Lebensmittelindustrie und Gastronomie und bringt Skandalöses zu Tage, bis er selbst um sein Leben bangen muss. Wird am Ende alles gut ausgehen? Diese kulinarische Reise durch Luxemburg, Frankreich und die Schweiz lässt dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen und das Blut in den Adern gefrieren.

Xavier Kieffer ist nicht der typische Ermittler, den man in einem Krimi erwarten würde, sondern ein Koch, der einen Riecher dafür hat, wenn etwas nicht stimmt. Er ermittelt auf eigene Faust und das gelingt ihm sogar besser, als den eigentlich zuständigen Ermittlern. Aber auch er hat seiner Fehler und Macken, die ihn umso menschlicher und liebenswerter erscheinen lassen. Unterstützung erhält er unter anderem von seinem Restaurant-Team, der Chefin des Guide Gabin, Valérie Gabin.

Mit dem „Küchen-Latein“ am Ende

Rein stilistisch gesehen ist der Roman vielleicht ein bisschen anspruchsvoller, aber trotzdem leicht und flüssig lesbar. Lediglich die zahlreichen Fach- und Fremdwörter könnten den Lesefluss behindern. Ein Glossar am Ende des Buches gibt Aufschluss über die wichtigsten Begriffe aus dem „Küchen-Latein“.

Fazit: „Teufelsfrucht“ ist ein kulinarischer Krimi erster Güte, der dem Leser von Angang bis Ende Genuss bereitet.

 

303 Seiten

Kiepenheuer & Witsch (18. April 2011)

8,99 Euro

 

 

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