Düsteres Mittelalter in Peter Orontes „Der Seelenhändler“

Dieser neue Autor lässt viel versprechen: Sein Debütroman zieht jeden Krimifan und Historienbegeisterten in seinen Bann.

 

 

Grausame Morde im düsteren Mittelalter

In seinem Debutroman entführt der Autor seine Leser in die Steiermark des Mittelalters 1385. Eine Bande von Wegelagerern versetzt das Herzogtum in schiere Panik. Den Höhepunkt erreicht die Welle der Angst, als die Familie des Köhlers auf ebenso bestialische wie heimtückische Weise ermordet wird. Als Wolf von der Klause die Familie besuchen will, entdeckt er die Leichen und verzweifelt. Wer sollte diesen Anschlag verübt haben? Sein detektivischer Spürsinn wird geweckt und er stellt Nachforschungen an. Der Leser begibt sich fortan mit Wolf auf Spurensuche. Bald findet er Unterstützung der schönen und gebildeten Katharina von Klingfurth. Immer tiefer kratzen die beiden an der Oberfläche von Ungereimtheiten und dunklen Geheimnissen, bis letzten Endes die Wahrheit ans Licht kommt. Doch diese Wahrheit birgt Gefahren, denn nicht alle wollen, dass sie bekannt wird und Wolf und Katharina müssen um ihr Leben bangen. Wird alles gut ausgehen? Der Leser darf sich auf spannende historisch recherchierte, gut durchdachte Ermittlungen freuen.

Nicht zu viel versprochen

„Spannend – geheimnisvoll – atmosphärisch“, so verspricht es der Klappentext und damit nicht zu viel. Von Anfang an fasziniert die einzigartige Schreibweise, die so detailliert wirkt, dass man sich alles genau vorstellen kann, ist aber dennoch nicht langweilig oder langatmig. Es wirkt fast, als wäre man selbst mitten im Geschehen und würde bei der Aufklärung des Falles mitwirken. Die Hauptfiguren, allen voran Wolf und Katharina, sind durchgehend sehr glaubwürdig dargestellt. Es wird nichts schön geredet, sondern authentisch dargestellt. Sicher gibt es auch, wie es für historische Romane üblich scheint, eine Liebesgeschichte, doch nur am Rande. Das Buch trieft nicht vor Schmalz, sondern erzählt vom Aufkeimen einer zarten Romanze. Daneben wird von Geheimbünden und dunklen Machenschaften berichtet, vielleicht ein Thema, von dem schon genug erzählt wurde, aber mit einer quälenden Spannung, die sich bis zum Schluss durchzieht. Man scheint zu Beginn zu ahnen, wie sich alles entwickelt, wird dann aber immer wieder aufs Neue überrascht.
 
Fazit

Ein starkes (immerhin 604 Seiten dickes) Buch eines viel versprechenden Autors, das Geschichte lebendig macht und den Leser gerade zu magnetisch in seinen Bann zieht. Für Krimifans, Leser der historischen Romane oder einfach für jedermann, ein tolles Werk!

608 Seiten, 9,99 Euro
Knaur TB (Februar 2011)

 

 

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