Düsteres aus dem Norden

Depressive Protagonisten, Lügen, Betrug und Intrigen – das liefern skandinavische Krimis wie ein Uhrwerk und auch der Thriller-Dreiteiler „Mammon“ enttäuscht in dieser Hinsicht nicht. Seit 5. Januar auf Blu-ray und DVD.

Düsteres aus dem Norden
Jon Øigarden als Journalist Peter. Foto: Glenn Meling

Im Spannungsfeld zwischen Politik, Medien und Finanzen

Der Journalist Peter Veras (Jon Øigarden) entdeckt im Zuge einer Recherche, dass sein Bruder Daniel in einen Wirtschaftsskandal verwickelt ist. Obwohl Peters Vorgesetzter Mathiesen die Abteilung Kriminalpolizei verständigt und diese bei ihren Ermittlungen nichts Belastendes findet, tritt Daniel kurz darauf von seinem Posten als Finanzchef eines großen Konzerns zurück. Er bittet seinen Bruder zu einer Aussprache zu sich nach Hause, macht ihm keine Vorwürfe, warnt ihn aber, dass ihm die Veröffentlichung eines Tages leidtun wird. Und: Er bittet Peter, sich um seinen 16-jährigen Sohn Andreas zu kümmern. Als Peter gerade – einigermaßen erleichtert – das Haus verlassen will, erschießt Daniel sich in der Garage.

Der Journalist hat seinen Bruder ausgeliefert – für die gute Story, aber auch um der Gerechtigkeit willen. Es gehe schließlich um richtig oder falsch, so Peter. Hinterher kann er dann aber doch nicht damit leben. Peter, der sich immer als harter, investigativer Journalist verstanden hat, ist erschüttert, schmeißt den Job hin und lässt sich erst mal ins Sportressort versetzten. Natürlich lässt ihm die Geschichte letztlich doch nicht los und er nimmt die Recherchen wieder auf. Vielleicht nicht zwingend eine gute Idee.

Düsteres aus dem Norden

Die Handlung wird langsam entfaltet. Es geht um Korruption in der norwegischen Finanz- und Wirtschaftswelt, aber auch um die Verwobenheit von Politik und Medien in diesem feinen Netz von Betrug und Lügen. Das wird erzählt mit einem riesigen Personeninventar, düsterer Stimmung und einer guten Mischung aus all den Zutaten, die die „Neo Noir“-Krimis in den letzten Jahren so ausgezeichnet haben. Das ist durchaus spannen, auf jeden Fall ambitioniert, aber eben auch nicht wirklich schrecklich neu.

Gisela Stummer (academicworld.net)

Mammon

Regie: Cecilie Mosli
Darsteller: Jon Øigarden, Terje Strømdahl, Ingjerd Egeberg

Seit 5. Januar im Vertrieb von Polyband auf Blu-ray und DVD

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