Doppelt hält besser

Nachdem „Ein ganzes halbes Jahr“ einer der großen Überraschungserfolge des Jahres 2013 war, legt der Rowohlt-Verlag nun mit „Eine Handvoll Worte“ nach. Wer allerdings glaubt, dass es sich bei diesem Roman um einen neuen Roman von Jojo Moyes handelt, sollte einen Blick ins Impressum des Buches werfen – der Roman ist nämlich im Original bereits 2010 erschienen.

„Eine Handvoll Worte“ besteht aus zwei Erzählsträngen, die Jojo Moyes munter miteinander verknüpft. In den 60er Jahren erwacht Jennifer Stirling nach einem Autounfall im Krankenhaus und ist von einer Amnesie befallen. Zudem empfindet sie nichts mehr für ihren Ehemann und scheint hoffnungslos in einen anderen Mann verliebt zu sein.

Das Motiv einer unglücklichen Liebe wird dann im London des Jahres 2003 fortgeführt: Die Journalistin Ellie hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann – und ist doch in einen verheirateten Mann verliebt. Bei einer ihrer Recherchen stößt sie nun auf das Schicksal von Jennifer vor 40 Jahre – und es scheint, als verbinde die beiden Frauen etwas über die Zeit hinweg.

Taschentuchliteratur

Wollte man „Eine Handvoll Worte“ in ein Genre packen, dann würde ich die Bezeichnung Taschentuchliteratur wählen. Jojo Moyes macht das, was sie mit „Ein ganzes halbes Jahr“ bereits bewiesen hat: Sie ist in der Lage, wie keine zweite auf die Emotionstube und die Tränendüsen zu drücken ohne dabei in vollkommenen Kitsch abzugleiten.

Das Buch könnte auch mühelos als Drehbuch für einen Hollywood-Film mit Katherine Heigl und Konsorten durchgehen. Man meint förmlich zu sehen, wie Ellie und Jennifer durch das Kopfkino stolpern und sich auf die Suche nach der wahren Liebe begeben. 

Die Sprache und Handlung sind nicht zu anspruchsvoll, man kann auch nach einer längeren Pause wieder einsteigen und findet sich in der Handlung wieder zurecht.

Eher nichts für Männer

Für Männer ist das Ganze eher nicht zu empfehlen – wer aber unerschütterlich an die große Liebe glauben will und auch gerne auf historische Rückblenden steht, der erhält nicht nur „Eine Handvoll Worte“ – sondern gleich ein ganzes Buch, das die großen Gefühle bedient.

Der romantische Blockbuster des Herbstes, den Leser von „Ein ganzes halbes Jahr“ sicher auch wieder in Scharen verschlingen werden!

Marius Müller (academicworld.net-user)

Jojo Moyes. Eine Handvoll Worte.
Rowohlt. 14,99 Euro.

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