Diese Woche: www.schnittberichte.com

Wer kennt das nicht, da schaut man einen Film um 20.15 Uhr und auf einmal hat der Filmheld drei Schurken plattgemacht, aber man hat es nicht gesehen. Wegen der Altersbeschränkung werden die expliziten Szenen gekürzt und einfach weitergemacht als wäre nichts passiert. Deswegen liegen die Bösewichte einfach auf dem Boden und der Held kann sich der nächsten unlösbaren Aufgabe widmen.

Dieses Problems hat sich die Seite www.schnittberichte.com angenommen. Hier werden Filme sekundengenau analysiert und die fehlenden Sekunden mittels Screenshot erläutert. Es werden die uncut-Versionen mit allerlei im Handel erhältlichen oder im TV gezeigten Versionen verglichen. Beispielsweise erfährt man, dass „Missing in Action 2“ unzensiert im Original 1 Std und 32 Min dauert, wohingegen die ab 18 Version auf Kabel 1 nur sensationelle 1 Std und 9 Min braucht. Aber auch B und C Movies werden hier auf ihren Zensurfaktor geprüft und mit Erklärungen versehen. An dieser Stelle soll beispielhaft auf den Streifen „Katharina und ihre wilden Hengste“ verwiesen werden, wo man erfährt, „die drei Kosaken misshandeln die Braut. Sie deuten an, dass sie den Maiskolben zur Penetration verwenden werden.“ Und weiter „die Drohung der drei Kosaken wird in die Tat umgesetzt und die Braut mit dem Maiskolben misshandelt.“ Dieses fast überlebenswichtige Detail, wäre sonst niemals zu uns gedrungen.

In der Datenbank von www.schnittberichte.com wimmelt es geradezu von Filmen, die minutiös analysiert wurden. Dazu gibt es noch alle Neuigkeiten zu verschiedenen Versionen aller neu erschienen Filmen und alles Wissenswerte bezüglich des Themas Zensur. Hier stellt sich natürlich die Frage nach dem Aufwand und damit der Motivation, sich vor den Rechner zu setzen und stundenlang das Mausrad zu bewegen. Welche Filmverrückten Individuen sich nun tatsächlich dieser Tätigkeit hingeben, den gleichen Film auf zwei Bildschirmen zu schauen, dabei Screenshots machen, Kommentare schreiben und die Sekunden zu notieren, wollen wir gar nicht wissen. Das soll uns auch egal sein, denn es ist ein wahrer Spaß und damit die Netzperle der Woche.

Die Redaktion von academicworld.net taucht unentwegt in den unendlichen Weiten des Cyberspace, nach interessanten, nützlichen, witzigen oder auch absolut sinnfreien Netzperlen. An dieser Stelle präsentieren wir euch jede Woche die Auslese unseres Fangs.

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