Die Studentenfütterin

Katerina Dimitriadis, kurz Kät, hat nach dem Abi in Erlangen Buch- und Politikwissenschaften studiert. Das tun viele.
Die 22-jährige hat jedoch noch nebenbei vor fünf Jahren mit Mutter und Schwester ein Restaurant eröffnet, in dem sie allabendlich in der Küche stand.
Das half nicht nur ungemein bei der Studienfinanzierung, sondern führte nun auch zu einem echten, authentischen Von-Studenten-für- Studenten-Kochbuch.
Wir trafen die Jung-Autorin in ihrem Restaurant “Konstantina” in Nürnberg.

Studentin, Köchin und Buchautorin Katerina Dimitriadis. Fotos: Pilar / Dorling Kindersley Verlag

Hallo, Kät, wie kam denn die Idee zu dem Buch zustande?

Ich habe seit einiger Zeit die Kochkolume „Käts Studentenfutter“ in den Nürnberger Nachrichten für die ich mir regelmäßig neue Rezepte überlege, koche und selbst fotografiere. Bei der Arbeit für die Kolumne konnte ich viele Erfahrungen sammeln und mir Gedanken machen, was das Besondere an Rezepten speziell für Studenten sein sollte. Mir war es nämlich wichtig, dass meine Rezepte zwar schnell und mit einfachen und günstigen Zutaten zubereitet werden können, aber sie sollten auch etwas raffiniert sein – ein kleiner Genussmoment, der uns den Alltag versüßt und der Mühe wert ist, einkaufen zu gehen, zu kochen und hinterher abzuspülen. Denn da sollte man sich nichts vormachen: Egal wie einfach und schnell die Rezepte sind, ein bisschen Arbeit liegt einfach in der Natur der Sache.

Als ich dann einige Rezepte veröffentlicht hatte, kam mir die Idee, dass man daraus auch ein richtiges Kochbuch machen könnte, das sich sowohl durch diese Grundidee, der einfachen, aber dennoch raffinierten Alltagsküche aber auch durch seine Gestaltung von den anderen Studentenkochbüchern unterscheidet und zu dem auch die Studenten selbst gerne greifen.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – wen hast du so vor Augen gehabt, als du das Buch geschrieben hast?

In erster Linie habe ich mich an meinen Kommilitonen orientiert. Von ihnen habe ich in den vergangenen Jahren auch die meisten Anregungen gesammelt und heraus gefunden, was speziell Mädels und was Jungs gerne essen, welchen Zutaten sie eher aus dem Weg gehen und wo es bei der Zubereitung oftmals hapert. Immer wenn ich unsicher war, konnte ich bei Freunden aus der Uni nachhaken.

Kät beim Reinhauen in Nürnberg

Wie kommt man denn dazu, ein Restaurant zu eröffnen?

Diese Frage können wir gar nicht mehr so genau beantworten. Wir hatten einfach Lust zusammen etwas Neues aus zu probieren, auch wenn der Anfang sicherlich schwer war. Aber ich komme sowieso aus einer Familie, wo das tägliche Kochen mit frischen Zutaten und das gemeinsame Essen einen hohen Stellenwert haben.

Als wir dann das Restaurant eröffneten, begann ich mich gezielt mit dem professionellen Kochen, den verschiedenen Zubereitungs- und Garmethoden auseinander zu setzen und brachte mir vieles, quasi durch Versuch und den damit verbundenen Erfolg oder auch Misserfolg, selber bei. Mit der Zeit lernte ich so immer mehr und servierte unseren Gästen neue, ausgefallene Rezepte, die super ankamen.Aber das sind nicht unbedingt die Rezepte, die ich im Buch verwendet habe. Denn hierfür musste es eine simplere Küche sein, wie die Gerichte die ich abends, während der Arbeit oder danach, für mich, meinen Freund oder meine Familie koche. Denn da muss es schnell gehen, aber trotzdem gesund und lecker sein, ohne dass man danach ein großes Küchenchaos beseitigen muss. Aus meiner eigenen Lebenssituation heraus habe ich also gemerkt dass es doch möglich ist, sich trotz Uni, Arbeit, Lernstress und Praktika gesund und lecker zu ernähren. Und dieses Lebensgefühl will ich mit meinem Kochbuch auch an andere Studenten weitergeben.

Was setzt du denn bei deinen Leser voraus – an Geld und Talent?

Es gibt drei Schwierigkeitsstufen bei den Gerichten – so ist für den Leser gleich ersichtlich, auf was er sich vorbereiten muss. Ob das ein ganz einfaches Rezept ist, das man schnell mal so nebenher zubereiten kann, oder ob man, wie bei der dritten Schwierigkeitsstufe, ein bisschen mehr Zeit, Geduld und Muse mitbringen muss. Ähnlich ist es bei den Symbolen für die Kosten. Ein, zwei oder drei Münzen symbolisieren hier den Betrag, den man in etwa pro Person ausgeben muss, wobei man bei drei Münzen keinesfalls mit mehr als fünf Euro rechnen muss. Es ist also alles auf den studentischen Geldbeutel und auch auf deren Bedürfnisse ausgerichtet. 

Denn durch die Käts Studentenküche-App kann man sich die benötigten Zutaten für alle Rezepte gleich aufs Handy holen. Wenn man dann mal wieder abends, kurz vor Ladenschluss, von der Uni kommt und einem ein bestimmtes Rezept einfällt, hat man die entsprechende Zutatenliste gleich parat!

Stichwort “Brainfood” – was ist das perfekte Essens-Doping fürs Hirn in Prüfungszeiten?

Prüfungszeiten sind für Kopf und Körper eine Ausnahmesituation. Deshalb ist es wichtig, dass man gerade dann nicht auf das Kochen verzichtet. Da kommt es auch weniger auf ganz spezielle Zutaten an, die man verwenden muss. Aber leichte Gerichte mit Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und viel frischem Gemüse sollten es schon sein um unsere Gehirnzellen wieder auf Trapp zu bringen.

Auf der nächsten Seite gibt es dann noch ein Rezept aus dem Buch

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