Die Sache mit dem Karma

Mr. Majestic ist ein freundlicher Touristenschlepper in Bangalore, der eigentlich nur eine neue Kundin an Land ziehen will, als er die Amerikanerin Jane Griffin anspricht. Doch die hat eine vermisste Schwester, an deren Verschwinden er selbst nicht ganz unschuldig ist …

Er hat viele Namen und genauso viele Jobs – Touristenschlepper, Online-Betrüger, Handlanger bei den krummen Geschäften seines Onkels. Ein Antiheld. Eigentlich aber gar kein so übler Typ. Opportunist? Schon eher. Als er eines schönen Tages die Amerikanerin Jane Griffin in seiner Funktion als lokaler Schlepper anspricht, startet das Abenteuer seines Lebens. 

Lieb‘ Schwesterlein …

Es geht um ihre vermisste Schwester Madhuri, die auf die Betrügerei eines sogenannten Mr. Bongjee reingefallen ist und eine Schauspielkarriere in Bangalore starten wollte. Natürlich steckt hinter dem Alias niemand anderes als Majestic selbst – doch das Mädchen hat er nie gesehen. Bevor er für etwas in den Bau wandert, für das er nicht verantwortlich ist, nimmt er die Dinge selbst in die Hand. Seine „Ermittlungen“ führen ihn in viele dreckige und dunkle Ecken Bangalores. Seine Bekanntschaften? Mehr als zweifelhaft. Sein Karma? Bessert sich am laufenden Band. Außer wenn er gerade jemanden getötet hat. Das Ende? Ganz anders als gedacht.

Die Kritik

Sam Parangi verbindet in „Mr. Majestic verbessert sein Karma“ Komik mit Brutalität und das auf ziemlich irritierende Weise. Eigentlich sollte das moralische Empfinden zu Entsetzen neigen, wenn ein Mensch stirbt und sei es nur ein fiktiver. Hier kichert man darüber. Majestic ist ein einfacher Typ, der definitiv kein Held ist und auch keiner sein möchte. Höchstens vielleicht Filmstar. Hoffnungsloser Romantiker auch noch. Aber in den essenziellen Momenten auch bereit, einen Menschen zu töten – mit dem gewissen ups-jetzt-ist-er-tot Effekt.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, leicht eingängig und bringt einem nebenher noch den einen oder anderen Fakt über Indien bei. Ohne, dass dabei ganz klischeehaft über die koloniale Vergangenheit des Landes zu sprechen. Die grundlegende Tonalität ist ein bisschen wie das Motto „Hier ist alles verbockt, aber das ist schon okay so“. Das ist nicht zuletzt einer der Gründe, warum das Buch so herrlich anders ist, als viele andere aktuelle Erzählungen.

Schwarzer Humor, Zynik, Spannung, Witz, starke Charaktere – kaum etwas, das man in diesem Buch nicht findet. Sehr gute Unterhaltung!

Bettina Riedel (academicworld.net)

Sam Parangi. Mr. Majestic verbessert sein Karma.
Rowohlt Polaris. 14,99 Euro.

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