Die Macht der Bücher

„Wissen ist Macht“ heißt es so schön. Dass aber allein schon den Büchern, die dieses oft bewahren viel Bedeutung zukommt, davon wissen zwei Neuerscheinungen aus dem Fantasy-Bereich zu erzählen: Christopher Nuttalls erster Band zur Reihe „Die Bibliothek der Schwarzen Magie“ und Dana S. Eliotts Fortsetzung „Taberna Libraria – Das Geheimnis von Pamunar“.

Die Macht der Bücher

Das gefährliche Leben der Bibliothekare

Eigentlich ist Elaine nur eine kleine, unbedeutende Bibliothekarin mit bestenfalls durchschnittlichen magischen Talenten. Ohne familiäre Beziehungen war es für die junge Waise schwer genug überhaupt eine ordentliche Anstellung zu finden. So weit ist sie mit ihrem ruhigen Leben aber eigentlich ganz zufrieden. Bis sie eines Tages aus Versehen einen uralten und sehr mächtigen Zauber aktiviert, der das Wissen aller Bücher der Großen Bibliothek der Goldenen Stadt in ihren Kopf überträgt. Das lässt sich natürlich nicht lange geheim halten, zumal darunter natürlich nicht nur die harmlosen werke fallen, die quasi jedem zugänglich sind, sondern auch sämtliche Geheimnisse der verbotenen Magie, zu denen noch nicht einmal der Erzmagier Zugang hat. Und als der auch noch ausgerechnet jetzt stirbt, wird Elaine im entstehenden Machtvakuum zu einem Spielball der Interessen. Ihre einzige Freundin Daria und ein junger Inquestor versuchen ihr beizustehen, während sie immer mehr das Gefühl hat, dass der magische Unfall nicht zufällig sie getroffen hat.

Eine kurzweilige und spannende Geschichte über Macht und Machtmissbrauch. Durchaus erkennbar auch Fortsetzung angelegt, aber auch als Einzelband ohne Probleme zu lesen. Nach einer noch ein wenig geruhsamen Einführung in die magische Welt von Elaine, Daria und den anderen, entwickelt sich das Buch gegen Ende zum regelrechten Action-Feuerwerk. Die Charakterentwicklungen sind durchaus nachvollziehbar und die Figuren glaubhaft. Gerade das Hadern mit den eigenen Kräften und der Kampf gegen das Schicksal machen aus diesem ersten Band der Reihe einen durchaus gelungenen Entwicklungsroman.

Christopher Nuttall. Die Bibliothek der Schwarzen Magie 1 – Die Wissende.
9,99 Euro. Blanvalet.

Die Macht der Bücher

Auf der Jagd (nach dem geheimnisvollen Buch)

… beziehungsweise nach dem nächsten geheimnisvollen Buch sind die beiden Freundinnen Corrie und Silvana. Das zweite Buch von Angwil war mit dem Ende des Auftaktbandes „Taberna Libraria“ gefunden, doch damit haben Corries und Silvanas Mühen noch lange kein Ende. Denn während sie noch am Rätsel des dritten Buches von Angwil zu knabbern haben, soll der dunkle Magier Lamassar längst unterwegs zu seinem Standort sein. Weil die beiden aber nun mal nicht auf den Kopf gefallen sind und außerdem noch schlaue Freunde haben, lösen natürlich auch die Bücherfreunde aus dem idyllischen Woodmore das Rätsel. Noch während sie überlegen, wie sie ohne funktionierendes Portal im Keller zum Standort des Buches auf die Insel Pamunar kommen, werden sie quasi gekiddnapt von der jungen Portalweberin Kajsa. Zusammen mit Yazeem, ihrem Werwolf und Helfer landen sie allerdings statt sich auf Panamor ein gutes Stück davon entfernt mitten in einem heftigen Sturmtief. Aber immerhin beschert ihnen dieser Umweg die Unterstützung der Freibeuter um Kapitän Blutschatten, die sie schon in Band 1 kennengelernt hatten. Da kann ja fast nichts mehr schief gehen … oder so.

Statt parallel in unserer Welt und der magischen gibt es diesmal einen klaren Cut. Irgendwie hat das der Geschichte leider mehr geschadet als geholfen, weil sich die Teile nicht mehr so wunderbar aneinander fügen. Ja, die Geschichte um die beiden Buchhändlerinnen ist immer noch ganz nett zu lesen, aber irgendwie sprang der Funke beim ersten Band schneller und nachhaltiger über. Schade, denn liebevoll gestaltet ist die magische Welt noch immer, aber diesmal stand sie mehr im Dienste der Geschichte .

Dana S. Eliott. Taberna Libraria – Das Geheimnis von Pamunar.
9,99 Euro. Knaur Verlag.

Gisela Stummer (academicworld.net)

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