Die Korallen-Diebin

Rebecca Stott hat mit Lucienne Bernard als Meisterdiebin eine Romanfigur geschaffen, die es mit den Herren aus „Ocean`s Eleven“ locker aufnehmen kann.

„Die Korallen-Diebin“ Buchcover © Blessing Verlag

Begegnung mit Folgen
Der junge und gut-aussehende Medizinstudent Daniel Connor, steht kurz vor der Erfüllung seines Traums: er verlässt seine Heimat Edinburgh, um den berühmten Wissenschaftler Cuvier bei sei seinen evolutionsbiologischen Forschungen am Jardin des Plantes in Paris zu unterstützen. In der Postkutsche lernt er eine attraktive, gebildete Frau kennen, die ihn über seine zukünftige Stellung ausfragt und ihm ihre interessanten Thesen zur Evolution erklärt. Es ist dunkel in der Kabine und Daniel kann die Dame nicht klar erkennen, doch ist er vom ersten Moment an fasziniert von der Unbekannten.

Daniel nickt kurz ein, und als er wieder aufwacht, muss er feststellen, dass seine wertvollen Empfehlungsschreiben, Tagebücher und Geschenke für Cuvier gestohlen wurden. Zu den Mitbringseln gehörten auch Korallen und ein Mammutknochen, für den Laien nicht sehr wertvoll. Was will also die unbekannte Schöne mit Daniels Sachen?

 

Ungewöhnliche Diebin
Angekommen in Paris, geht Daniel zur Polizei und erstattet Anzeige. Dort wird man hellhörig, scheint die Diebin doch keine Unbekannte zu sein. Daniel begibt sich nun selbst auf die Suche durch die verwinkelten Gassen und findet seine Diebin, oder viel eher findet sie ihn. Sie bittet ihn um mehr Zeit, er wird seine Sachen schon noch wiederbekommen. Sie weist ihn sogar auf ein paar Fehler in seinen Notizen hin. Daniel ist empört, wie kann sie es wagen, in seinen intimsten Aufzeichnungen zu blättern? Auf der anderen Seite ist er fasziniert von der Unbekannten mit den radikalen und innovativen Gedankengängen. So kommt es, dass Daniel Lucienne Bernard häufiger trifft und feststellen muss, dass die angebliche Diebin ihm ähnlicher ist, als er anfangs dachte. Letztendlich verliebt er sich sogar in sie…

Geschichtsträchtiger Hintergrund
Ich war ganz gefesselt von dem Buch, schließlich findet man sich schon ab den ersten Seiten im Paris der Jahrhundertwende wieder und begleitete Daniel und Lucienne durch die engen Gassen, immer auf der Suche nach der “Wahrheit“. Parallel zu der Geschichte von Daniel, Lucienne und der Evolution, begleitet der Leser Napoleon in sein Exil. Dieses geschieht in tagebuchähnlichen Einträgen, die die damalige Stimmung der Franzosen gekonnt widerspiegeln.

Die Autorin verbindet ausgezeichnet Fiktion und historische Fakten miteinander, gewürzt mit einer kleinen Liebesgeschichte. Mich hat die Geschichte jedenfalls so in den Bann gezogen, dass ich nach Beenden des Romans mehr wissen wollte über die Ursprünge der Forschungen in Paris, den Jardin Des Plantes und auch Napoleon.

Fazit: Empfehlenswert für Leser mit Anspruch an eine tiefgründige Geschichte.

(Sandra Hein; academicworld-Userin)

352 Seiten
Blessing Verlag (Mai 2011)
19,95 €


Stand: Sommer 2011

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