Die Hoffnung stirbt zuletzt

Also auf nach Hope Springs, wie die filmgewordene Ehetherapie „Wie beim ersten Mal“ im Original heißt. Ab dem 1. März kann man vom heimischen Sofa aus Meryl Streep und Tommy Lee Jones dabei zusehen, wie sie versuchen aus der ehelichen Routine auszubrechen bzw. diese zu bewahren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt
Mit- oder nur noch nebeneinander durchs Leben? © Universum Home Entertainment

Das Ende des Gewohnten

Objektiv betrachtet haben Kay und Arnold das perfekte Leben. Nach 31 gemeinsamen Ehejahren nennen sie ein nettes Häuschen mit Garten ihr eigenen, haben ausreichend beruflichen Erfolg vorzuweisen und gemeinsam Kinder großgezogen. Irgendwo dazwischen ist die Leidenschaft eingeschlafen. Die Ehe ist mittlerweile eine Mischung aus Freundschaft und Gewohnheit. Für Arnold (Tommy Lee Jones) ist das absolut in Ordnung so, er ist mit sich und seinem Leben im Reinen, fühlt sich zufrieden und weiß die getrennten Schlafzimmer zu schätzen. Ganz anders sieht es da bei der Frau Gemahlin aus. Die hat nämlich Berührungs-Entzug. Kay (Meryl Streep) versucht daher mitunter recht verzweifelt den Göttergatten zu verführen. Der ist aber irgendwie blind und taub zugleich für ihre Versuche. Ihr Ausweg: Eine Paartherapie bei Dr. Edward Feld (Steve Carell) in Hope Springs, Maine.

Nachdem sie unter größeren Mühen Arnold dort hin verfrachtet hat sehen sie sich schnell der ein oder anderen filmisch reichlich ausgebreiteten Peinlichkeit gegenüber. Um die Ehe zu retten müssen die beiden sich also allerlei Beziehungsaufgaben stellen. Dann wird aber alles gut, ganz bestimmt. Etwas anderes kann man im Land der Psychotherapie wohl schlecht verkaufen … 

Überzeugende Darsteller

Comedian Steve Carell als Psychiater übrigens diesmal betont ernsthaft. Könnte man ihm fast glauben. Und wirkt auch noch lustiger als manche seiner komisch gemeinten Rollen. Überhaupt sind es die Darsteller, die den Film vor der platten Klischeehaftigkeit retten. Sowohl Tommy Lee Jones als auch Meryl Streep spielt dabei ein Stückweit gegen die eigene Charakterschublade an. Gerade Jones, der sonst ja gerne den coolen Hund spielt, zeigt hier überzeugend die andere Seite der Medaille. Statt cool unterkühlt. Zumindest am Anfang. Obwohl Teil des offensichtlich gegenwärtig laufenden Versuchs mehr Filme für ein reiferes Publikum im Kino zu positionieren liefert „Wie beim ersten Mal“ auch für jüngere Zuschauer durchaus Unterhaltungspotenzial, allerdings meist dann, wenn auf die komödiantischen Elemente verzichtet wird. Die wirken nämlich oft eher unnötig peinlich.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Gisela Stummer (academicworld.net)

Wie beim ersten Mal (HOPE SPRINGS)

Regie: David Frankel
Darsteller: Meryl Streep, Tommy Lee Jones, Steve Carell

Im Vertrieb von Universum

Website zum Film: www.wiebeimerstenmal.de
Wie beim ersten Mal auf Facebook: https://www.facebook.com/WieBeimErstenMal.Film 

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